Erstellt am 21. Juni 2016, 05:01

von Daniel Lohninger

Metro wartet auf Bescheid. Großmarkt aus Holz in Stattersdorf soll 2017 errichtet werden. Konzern verspricht Anrainer-Info.

Auf der Salzer-Wiese in Stattersdorf wird der neue Metro-Markt entstehen. Baustart ist nicht vor 2017.  |  NOEN, Daniel Lohninger

Eigentlich hätte es ein gut gehütetes Geheimnis sein sollen, zuletzt pfiffen es aber bereits die Spatzen vom Rathaus-Dach: Der Großhandelskonzern Metro ist bei seiner Suche nach einem neuen Standort fündig geworden. Auf der Salzer-Wiese in Stattersdorf soll gebaut werden. Genehmigt ist das aber entgegen anderslautenden Gerüchten noch nicht, wie Metro-Kommunikationschefin Andrea Ableidinger auf NÖN-Anfrage betont: „Wir haben ein fertiges Bauprojekt. Jetzt warten wir auf die Baubewilligung durch die Stadt.“

Widerstand bei den Anrainern

Dennoch regt sich bereits Widerstand, obwohl es keine unmittelbaren Anrainer gibt. Ein NÖN-Leser fürchtet, dass durch den neuen Großmarkt mehr Lärm und Verkehr entstehen – und will SP-Vizebürgermeister Franz Gunacker gehört haben, wie er von einem Spatenstich im September erzählt hat. Bei Metro dementiert man diesen Zeitplan. Ableidinger: „Wir gehen davon aus, dass wir frühestens 2017 mit dem Bau beginnen können.“

Der NÖN-Leser will auch gehört haben, dass Metro „größer“ baut. Auch das dementiert Ableidinger: „Man baut heute nicht mehr so große Märkte wie früher. Die versiegelte Fläche würde beim Neubau geringer sein als im bestehenden Markt.“ Das gelte auch für die Verkaufsfläche: Der in Stattersdorf geplante Markt soll rund 8.000 Quadratmeter bieten, in Viehofen sind es derzeit etwa 10.000 Quadratmeter.

Vorzeigemarkt soll in Stattersdorf entstehen

Generell betont Ableidinger, dass der in Stattersdorf geplante Markt ein weit über die Region hinausstrahlender Vorzeigemarkt werden solle. Geplant sei ein Nullenergie-Gebäude, das komplett aus Holz gefertigt werde und allen Kriterien nachhaltigen Wirtschaftens entspreche. Die vorliegenden Gutachten würden punkto Verkehrsverträglichkeit und zusätzlicher Umweltbelastung die Unbedenklichkeit der Betriebsansiedelung bestätigen, so Ableidinger – nicht zuletzt, da ohnehin gegenüber vom geplanten Metro-Standort bereits ein Fachmarktzentrum existiere.

„Wir können die Anrainer erst informieren, wenn wir überhaupt wissen, ob wir bauen dürfen.“ Andrea Ableidinger, Metro-Kommunikationschefin

Das Grundstück ist bereits seit mehr als 30 Jahren als Bauland gewidmet – aktuell sogar als Bauland-Industriegebiet. Damit Metro hier überhaupt bauen kann, ist eine Umwidmung in Bauland-Betriebsgebiet notwendig. Diese Umwidmung betrifft das gesamte 4,3 Hektar große Areal – Metro wird davon aber nur einen Teil für den Markt benötigen. Damit ist hier künftig auch auf den verbleibenden Flächen die Errichtung von Industriebetrieben nicht mehr möglich, unterstreicht Stadtplaner Jens de Buck den Vorteil für die Anrainer nördlich der B 1a.

Bei Metro betont man, dass eine breite Information der Anrainer geplant sei. Aber, so Ableidinger: „Wir können die Anrainer erst informieren, wenn wir überhaupt wissen, ob wir bauen dürfen. Und das wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht.“