Erstellt am 21. Juni 2016, 05:02

von Nina Gamsjäger und Daniel Lohninger

Militärmusik wieder stark. Klangkörper spielt ab August mit 46 Musikern, auch am Rathausplatz.

Die Reduktion der Militärmusik wurde vergangene Woche zurückgenommen.  |  NOEN, BMLVS/Franz UNGER

Die Militärmusik ist ein wichtiges Bindeglied zwischen St. Pöltnern und hier stationierten Soldaten. Damit begründete der Gemeinderat im Oktober 2014 seine Resolution, mit der er gegen die vom damaligen Verteidigungsminister Gerald Klug beschlossene Reduktion der Militärmusik stimmte. Jetzt, gut eineinhalb Jahre später, hob Klugs Nachfolger Hans Peter Doskozil die Einsparungen wieder auf – die derzeit 20-köpfige Militärmusik wird auf 16 Berufsmusiker und 30 Wehrpflichtige aufgestockt. Bereits im August sollen die ersten Rekruten nach der Grundausbildung in St. Pölten einrücken – in diesem Turnus wird auch eine Musikerin dabei sein.

Wichtiges Zeichen wurde gesetzt

„Es zeigt sich, dass Resolutionen nicht für die Rundablage produziert werden, sondern wie in diesem Fall auch konkreten Einfluss haben“, sieht Bürgermeister Matthias Stadler (SP) die Rücknahme der Einsparungspläne auch als Folge der Willensbekundung des St. Pöltner Gemeinderates. Der neue Verteidigungsminister habe mit seinem Schritt ein wichtiges Zeichen gesetzt. Stadler: „Die Militärmusik setzt Maßstäbe für die Musikkapellen, andererseits ist sie eine Ausbildungsstätte für die in der Blasmusik tätigen Musiker, Kapellmeister, Musiklehrer und Solisten.“

Im Rahmen eines „Dankeskonzertes“ bedankte sich das Militärkommando NÖ bei Doskozil für die Aufstockung der Militärmusik. „Wir können jetzt wieder alles spielen – auch Märsche“, freut sich Militärkommandant Martin Jawurek. Damit könne die Militärmusik NÖ beispielsweise den Großen Zapfenstreich bei der traditionellen Staatsvertragsfeier am Rathausplatz wieder ohne auswärtige Unterstützung interpretieren.

„Ich sage es offen: Es war eine politisch falsche Entscheidung, die Militärmusik zu kürzen.“ Hans Peter Doskozil, Verteidigungsminister

„Es lebe die Militärmusik, es lebe die Blasmusik“, jubelte Blasmusikverbandsobmann Peter Höckner. Er unterstrich damit die Bedeutung der Militärmusik für die Blasmusikkapellen im ganzen Land.

Als Befürworter regionaler und föderaler Strukturen sei es für ihn wichtig, dass sich das Heer in den Regionen gut präsentiere. Die Militärmusik sei dabei ein wichtiger Faktor, erklärte Doskozil seine Beweggründe, die Einsparungsmaßnahmen zurückzunehmen: „Ich sage es offen: Es war eine politisch falsche Entscheidung, die Militärmusik zu kürzen.“ Sie sei ein wichtiger Werbeträger für ein Heer, das auch als Arbeitgeber attraktiv ist.

Das erste Highlight für die wieder erstarkte Militärmusik steht im nächsten Jahr an: Dann feiert der Klangkörper sein 60-jähriges Bestandsjubiläum.