Erstellt am 19. Mai 2016, 06:44

von Jutta Streimelweger

Mit Memes gegen Maturafrust. Schüler bemängeln Hörübung und Mathe-Aufgaben. Sonst verliefen die Prüfungen reibungslos.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
 Von Kastanien-Waschmittel, der Legende von Michael und Lisa bis hin zur „Ginger“-Katze und dem österreichischen Steuersystem: Die Zentralmatura sorgte bei den Schülern mit kreativen Aufgabenstellungen einerseits für Lachmomente, aber andererseits auch für lange Gesichter.

„Tatsächlich waren die Beispiele durchwegs
anders aufgebaut und es gab ungewöhnlich
viele offene Formate.“
Gabriele Schletz, BORGL-Direktorin


Lustig gemacht haben sich die Maturanten über die zentralen Prüfungen gemeinschaftlich auf moderne Art: Memes. Auf Facebook fanden die kreativen Texte zu Bildern auch viele St. Pöltner Anhänger und wurden fleißig geteilt.

Wie die Matura von den Schülern erlebt wurde, lässt sich anhand der lustigen Bilder gut nachvollziehen: Hat man sich bei Deutsch über „Thema 3“ lustig gemacht, so ärgerten sich die Maturanten über die Höraufgabe in Englisch: Von „Not sure if Englischmaturalistening or Musikantenstadl“ bis „I hob ma doacht, dass da Lugner da Speaker woa“ reichten die Beschwerden. Und damit standen die Schüler nicht alleine da. Auch die Direktoren bemängeln die Qualität der Hörübungen.

Friedrich Gonaus von der BAKIP versteht zwar das Argument des Bifis, dass es im „normalen“ Leben auch Nebengeräusche gibt: „Dabei wird allerdings vergessen, dass man in einer Gesprächssituation immer nachfragen kann, wenn man etwas nicht verstanden hat – bei der Klausur geht das nicht.“ Eine Verbesserung hält auch TMS-Direktorin Sissy Nitsche-Altendorfer für sinnvoll.

Schüler waren nach Mathe gefrustet

Geht man nach den Memes auf Facebook, so war Mathematik wohl die größte Hürde für viele Schüler. Von negativen Würfeln bis hin zum österreichischen Steuersystem – für die Schüler waren die Aufgabenstellungen mutmaßlich etwas befremdlich.

Eine St. Pöltner Gymnasiastin fasst zusammen: „Die Aufgaben, die wir vom Bifi als Übungsaufgaben hatten, waren leider nicht vergleichbar mit den tatsächlichen Aufgabenstellungen bei der Matura“, ist sie sich sicher, dass sie und viele ihre Schulkollegen durchgefallen sind. Im BORGL hat die Mathe-Matura auch für Aufregung gesorgt weiß Schulleiterin Gabriele Schletz: „Tatsächlich waren die Beispiele durchwegs anders aufgebaut und es gab ungewöhnlich viele offene Formate.“

In der BAKIP haben laut Gonaus die Reaktionen von „katastrophal“ bis „war kein echtes Problem“ gereicht: „Erforderlich war jedenfalls konzentriertes, sinnerfassendes Lesen der Aufgabenstellungen, um nicht in die eine oder andere ‚versteckte‘ Falle zu tappen.“

Dass recht „gefinkelte“ Aufgaben dabei waren, bestätigt auch Mary-Ward-Privatgymnasium-Direktorin Ulrike Pfiel: „Die für manche Schüler in dieser enormen Stresssituation sehr schwer zu lösen waren.“ BORG-Direktor Hans Angerer sieht das Problem gelassen: „Mathematik war auch bei der alten Maturaform für manche Schüler eine Hürde.“

x  |  NOEN, Facebook »Zentralmatura Memes«

Zitiert:

„Die Aufgaben entsprachen großteils den Erwartungen, bedingt durch die Erfahrungen des Vorjahres konnten die Schüler auch gezielter vorbereitet werden.“
BORG-Direktor Hans Angerer

„Insgesamt gehe ich davon aus, dass sich die Klausurergebnisse nicht signifikant von den bisherigen Leistungen unterscheiden werden.“
BAKIP-Direktor Friedrich Gonaus

„Die Zufriedenheit der Lehrer mit den Aufgabenstellungen ist nach Fächern unterschiedlich.“
Mary-Ward-Privatgymnasium-Direktorin Ulrike Pfiel