Erstellt am 17. Mai 2016, 10:26

von Claudia Stöcklöcker

Mit "Zauber" betört und abgezockt. Trickreicher 62-Jähriger erschlich sie die Gunst von Frauen und lockte ihnen Geld aus der Tasche.

Landesgericht St. Pölten  |  NOEN, http://www.justiz.gv.at/

"Er macht Voodoo- und Liebeszauber", sagt eine Waldviertlerin über einen Afrikaner vor dem Richter. In einem Chat lernte sie, so wie fünf andere Frauen, den in St. Pölten lebenden 62-Jährigen aus dem Tschad kennen, erlag seinen Liebesschwüren und machte Bares locker.

Die Gunst der Frauen soll der Mann sich dreist erschlichen haben, Betrug wird ihm nun vorgeworfen im Prozess am Landesgericht St. Pölten. „Er hat mir erzählt, sein Onkel hätte unsere Hochzeit in Afrika organisiert, mit 200 Gästen. Er hat mir ein Foto gezeigt, von einer Insel mit einer Villa. Und er wollte mir ein weißes Pferd schenken“, seufzt eine Grazerin. Geheiratet wurde freilich nicht, ihr Geld war die Frau aber los.

Als Witwer und Unternehmer gab sich der beschäftigungslose Familienvater bei einer anderen aus. „Mir hat er leidgetan. Ich habe ihm Geld für ein Auto geborgt, gekauft hat er sich Schuhe. Dann hat er mich verhext, ich konnte nicht mehr sprechen“, entrüstet sich diese Frau. Auch sie sah ihr Erspartes nie wieder. Und einer Wienerin soll der 62-Jährige vorgetäuscht haben, für Arme in Afrika zu sammeln. Auch das wirkte, prompt saß die Börse locker.

Geständig ist der Angeklagte nicht. Ein Opfer soll noch befragt werden. Prozess vertagt.