Erstellt am 13. April 2017, 16:14

von Mario Kern

LTE-Netz wird gut genutzt Netz-Fakten. Datenübertragung in St. Pölten mit 39,7 Megabit pro Sekunde bescheiden. Ein Grund ist Auslastung.

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Mit einer Datenübertragungsrate von 39,7 Megabit pro Sekunde ist St. Pölten das Schlusslicht im LTE-Ranking der Landeshauptstädte – vorletzte ist Wien mit 41,7 Megabit/s, Klagenfurt ist Spitzenreiter mit 54 Megabit/s. Diese Median-Geschwindigkeiten hat die Online-Plattform tarife.at auf Basis von Daten aus dem Vorjahr und dem ersten Quartal 2017 ermittelt.

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Um mit Sicherheit zu begründen, warum St. Pölten auch im NÖ-Vergleich etwa auch hinter Purkersdorf, Herzogenburg oder Zwettl liegt, bräuchte Geschäftsführer Maximilian Schirmer genaue Daten der Mobilfunk-Anbieter. „Es könnte aber daran liegen, dass einfach die Auslastung der einzelnen LTE-Antennen höher ist. Je mehr Menschen das LTE-Netz nutzen, desto geringer wird die Datenübertragungsrate.“

„Damit ergibt sich ein Katz-und-Maus-Spiel: Mehr Nutzer bewirken mehr Kapazität, die geschaffen werden muss.“ Maximilian Schirmer, tarife.at

Auch innerhalb des Stadtgebietes sind die Werte oft grundverschieden: Während im Süden der Altstadt Median-Geschwindigkeiten zwischen 52,9 und 70,6 Megabit pro Sekunde erreicht werden, sind es in der Nähe zum Universitätsklinikum nur 38,7. Beim Traisenpark wurden 64 Megabit/s gemessen, nahe der Herzogenburger Straße nur 24,3. Im südöstlichen Stadtgebiet sind die Geschwindigkeiten bis auf Ausnahmen niedrig, in Viehofen und Wagram liegen sie bei soliden 50 Megabit/s.

In weniger besiedelten Gebiete gebe es weniger Daten zum Nutzungsverhalten als in dicht verbauten Teile der Stadt. „Die Datenmengen, die wir für stabile Statistiken benötigen, sind enorm. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es im Zentrum deutlich höhere Geschwindigkeiten als in den äußeren Bereichen gibt.“ Die besseren Übertragungsraten im Stadtkern seien auf mehr Sendemasten zurückzuführen.

Im Jahresvergleich ist die Median-Geschwindigkeit stetig gesunken. „Das beobachten wir in ganz Österreich.“ 2015 und 2016 hatten die Mobilfunkanbieter ihre LTE-Netze massiv ausgebaut. Bis vor einigen Monaten waren diese noch Kunden mit höherwertigen Tarifen vorbehalten. Im Laufe des Vorjahres wurden sie immer mehr geöffnet, auch für Diskonter. „Damit ergibt sich ein Katz-und-Maus-Spiel: Mehr Nutzer bewirken mehr Kapazität, die geschaffen werden muss.“ Die Lösung für strapazierte Netz-Hot-Spots wie in der Innenstadt sei es, „bestehende Antennen aufzurüsten oder neue zu schaffen“.