Erstellt am 28. Januar 2016, 19:42

von Gila Wohlmann, Alex Erber, Mario Kern und Manuela Mayerhofer

Mordalarm im Bezirk St. Pölten. In Pyhra, einer Gemeinde südlich der NÖ Landeshauptstadt, hat es am Donnerstagabend Mordalarm gegeben.

 |  NOEN, Manuela Mayerhofer

Eine verdächtige Anzeige bei der Polizei ließ  die Beamten in Pyhra sofort zu einer Wohnung ausrücken. Die Tür wurde geöffnet und Schreckliches bestätigte sich: Ein Mann (38) lag tot in seiner Wohnung. Er dürfte erstochen worden sein.


UPDATE: Freitag,  21:00 Uhr

Das Obduktionsergebnis steht nun fest. „Das Opfer wurde mit zwei Messerstichen im Brustbereich attackiert, der Tod ist durch Verbluten eingetreten“, bestätigt die St. Pöltner Staatsanwältin Michaela Schnell auf NÖN-Anfrage. Die Stiche wurden von oben nach unten gesetzt, beim sichergestellten Küchenmesser handelt es sich um die Tatwaffe.

Dass das Opfer -  wie in einigen Medien berichtet - geständig sei, bestätigt Schnell nicht, denn: „Die mutmaßliche Täterin gab laut ihrer Verantwortung an, dass dies im Zuge eines Gerangels passiert sei. Jetzt muss man aber diese Angaben mit dem Obduktionsergebnis in Einklang bringen “, betont Schnell. Derzeit gehe man, so die Staatsanwältin, „von einer Beziehungstat aus.“ Opfer und Täter standen in einem Naheverhältnis. Das Gericht wird voraussichtlich bis morgen entscheiden, ob die U-Haft verhängt wird


Eine mutmaßliche Täterin (32) ist bereits in St. Pölten festgenommen worden. Die Ermittlungen zu den Umständen dieser Bluttat laufen.

x  |  NOEN, Franz Hagl

Sowohl Opfer als auch mutmaßliche Täterin waren in einem Haus eingemietet, das sie erst seit kurzer Zeit bewohnen sollen. Das Opfer und die Täterin sollen Bekannte, aber kein festes Paar gewesen sein. Auffällig war, so bestätigen die Nachbarn, dass die beiden für den Weg von und zum Haus stets ein Taxi benutzt haben.

Die Tat hat sich vermutlich bereits am Nachmittag ereignet. Danach ist die 32-Jährige zu einem weiteren Bekannten nach St. Pölten gefahren und hat diesem den Vorfall geschildert, woraufhin dieser die Polizei verständigte. 

Es war ein schrecklicher Anblick

Der Samariterbund St. Pölten war mit einem Rettungswagen im Einsatz, das Rote Kreuz mit dem Notarztwagen. Anfangs hielten sich die Sanitäter in rund 500 Metern Entfernung vom Tatort auf. „Wir wussten ja nicht, ob die Täterin noch vor Ort war“, berichtet ASBÖ-Einsatzleiter und Obmann Markus Voglauer.

Erst als die Polizei Entwarnung gab – kurz zuvor war die mutmaßliche Täterin in St. Pölten verhaftet worden – betraten die Samariter das Haus. „Es war ein schrecklicher Anblick“, so der Sanitäter. Der herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Nach ersten Gerüchten sollen Opfer und Täter arbeitslos und bei der Tat Alkohol im Spiel gewesen sein.

Einvernahme der Verdächtigen

Nach der Festnahme war laut Polizei eine Einvernahme aufgrund der starken Alkoholisierung gar nicht möglich, daher wurde diese auf Freitag verlegt.

Die 33-Jährige habe sich gesprächsbereit und grundsätzlich geständig gezeigt.

Der 38-Jährige sei im Zuge einer "alkoholbedingten Streiterei" in der Nacht auf Donnerstag ums Leben gekommen. Der Ermittler sprach von "wenigen" Messerstichen. 

Die mutmaßliche Täterin war der Polizei keine Unbekannte. Die Beschäftigungslose soll bereits öfters in alkoholisiertem Zustand Aggressionshandlungen gesetzt haben. Das Opfer, das keinen festen Wohnsitz haben soll, soll sich zeitweilig bei ihr aufgehalten haben. Die mutmaßliche Täterin gab erst rund 13 Stunden später einem St. Pöltner Lokal ihrem Bekannten die Tat bekannt.
 
Der Tote wies mehrere Stichverletzungen auf, das Ergebnis der Obduktion und damit die Feststellung der Todesursache wird noch heute, Freitag in den Abendstunden erwartet. Die mutmaßliche Tatwaffe, ein Küchenmesser, wurde ebenfalls sichergestellt und einer kriminaltechnischen Untersuchung zugeführt.


Die NÖN wird weiter berichten.