St. Pölten

Erstellt am 01. August 2016, 11:14

34-Jährige bekannte sich nicht schuldig. Wegen Mordes ist am Montag eine 34-Jährige vor einem Geschworenengericht in St. Pölten gestanden.

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Die Frau soll laut Anklage ihren Lebensgefährten am 28. Jänner durch zwei wuchtige Messerstiche in den Brustbereich vorsätzlich getötet haben. Sie bekannte sich nicht schuldig zum Mordvorwurf.

Das Paar trank regelmäßig größere Mengen an Alkohol, es sei immer wieder zu tätlichen Auseinandersetzungen gekommen, sagte die Staatsanwältin. Am Vortag des Vorfalls zechten die beiden an einem Würstelstand in St. Pölten, am Abend ging die Angeklagte mit einem Bekannten weg. Beim Heimkommen sei es zu einem Streit des Paares gekommen.

Die 34-Jährige habe ihren Lebensgefährten "durch zwei gezielte, wuchtige Messerstiche getötet", sagte die Vertreterin der Anklagebehörde. Ein Stich des 17 Zentimeter langen Messers sei direkt ins Herz gegangen, der Mann starb im Wohnzimmer.

Keine Rettung und Arzt gerufen

Anschließend habe die Beschuldigte bis in der Früh in der Küche gewartet und einmal nachgeschaut, ob er noch lebte. "Sie hat keine Rettung und keinen Arzt gerufen, sondern ist stundenlang sitzengeblieben", sagte die Staatsanwältin. In der Früh erzählte die Frau einem Bekannten, dass sie wieder solo sei.

Die 34-Jährige berichtete von einem Streit und einer Rangelei mit ihrem Lebensgefährten. An den zweiten Stich könne sie sich nicht mehr erinnern. Verteidigerin Iris Augendoppler sagte, ihre Mandantin habe massive Erinnerungslücken und bedauere den Vorfall zutiefst. Sie verwies auf die "äußerst schwierige Kindheit" der Angeklagten, die an die falschen Männer geraten sei.

"Kein unbeschriebenes Blatt"

Nach der Bluttat in den frühen Morgenstunden des 28. Jänner vertraute sich die Beschuldigte einem Bekannten an, der daraufhin Anzeige erstattete. Der Lebensgefährte wurde in einer Wohnung in einer Gemeinde nahe St. Pölten tot aufgefunden. Die Frau wurde kurz vor 19.00 Uhr in einem Innenstadtlokal in der Landeshauptstadt festgenommen.

Die Beschuldigte war zum Zeitpunkt der Tat alkoholisiert, habe aber zu jedem Zeitpunkt genau gewusst, was sie tut, sagte die Staatsanwältin. Die vorbestrafte 34-Jährige sei "kein unbeschriebenes Blatt", sondern eine Wiederholungstäterin, betonte die Vertreterin der Anklagebehörde: Sie habe vor Jahren einem ehemaligen Lebensgefährten zwei Messerstiche zugefügt.