Erstellt am 11. Dezember 2015, 11:38

von Daniel Lohninger und Nadja Straubinger

Nach Sperre Sorge um Bahn-Querung. VP-Veit hofft, dass nach Aus für Fußgänger-Übergang beim Bahnhof Spratzern zumindest jener bei der Haltestelle erhalten wird. ÖBB versichern: Sperre ist nicht geplant.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
Nach der Schließung des Fußgänger-Überganges über die Leobersdorfer Bahn beim Bahnhof Spratzern fürchtet VP-Gemeinderätin Christina Veit, dass es nur mehr eine Frage der Zeit ist, bis auch der Übergang bei der Haltestelle Spratzern geschlossen wird.

„Engagement jetzt in die Zukunft gerichtet“

„Der erste Fußweg ist vermutlich Geschichte und trifft manche schmerzlich. Unser Engagement muss jetzt in die Zukunft gerichtet sein“, erklärt Veit. Bei der Haltestelle Spratzern würden viele von der Waldsiedlung zu Fuß zu Schule, Geschäften, Apotheke und Kirche wechseln.

Was den Bahnhof angeht, hofft Veit darauf, dass – sofern keine neue Querungs-Variante möglich sein sollte – zumindest die Bus-Haltestelle von der Mariazeller Straße zum Bahnhof verlegt werde. „Mir wurde zugesagt, dass die Anbindung der Siedlung an B20 und St. Georgen über die Linienführung in die neue Ausschreibung aufgenommen wird“, so Veit.

ÖBB: Übergang bei Haltstelle nicht bedroht

Die ÖBB hätten die Sperre nach der eisenbahnrechtlichen Verhandlung veranlasst – „in Absprache mit der Stadt“, wie ÖBB-Sprecher Christopher Seif betont. „Wir mussten hier Maßnahmen setzen, weil die Kreuzung als für Fußgänger gefährlich einzustufen ist.“ Entwarnung gibt Seif, was den Fußgängerübergang bei der Haltestelle Spratzern angeht: „Die ist vonseiten der ÖBB kein Thema, diese Eisenbahnkreuzung wird weiter aufrecht bleiben.“

Baudirektor Kurt Rameis verweist darauf, dass die Stadt mit der Sperre der Kreuzung nichts zu tun habe – sie sei lediglich eine Folge der neuen Bundes-Eisenbahnkreuzungsverordnung. „Die Stadt hat damit nur insofern zu tun, als die Kosten für eine Schrankenanlage zwischen den ÖBB und der Stadt zu teilen wären“, so Rameis.

Nach Schätzungen der ÖBB würde die Errichtung einer Schrankenanlage in diesem Bereich aber etwa eine Million Euro kosten. „Es reicht dort nämlich nicht, bloß eine Schrankenanlage zu errichten. Es müsste das örtliche Sicherungssystem der ÖBB erneuert werden, inklusive einem neuen Stellwerk“, erklärt Rameis.

Den hohen Investitionskosten wäre aber eine geringe Nutzerfrequenz gegenüber gestanden – die Morgenspitze liege unter zehn Personen. Auch der Umstand, dass 400 Meter entfernt bei der Wolfenbergerstraße eine technisch gesicherte Querung von B20 und Bahn zur Verfügung stehe, spreche gegen diese Großinvestition.