Erstellt am 27. Juli 2016, 05:41

von Daniel Lohninger

Park-Chaos am See: Polizei-Appell an Stadt. Stadtkommandant Franz Bäuchler fordert bauliche Maßnahmen, die Wildparken verhindern. Stadt arbeitet an Lösung.

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Ein Badegast geht im Viehofner See unter, kann gerade aus dem Wasser gezogen werden, schwebt in Lebensgefahr – und dann verliert der Notarztwagen wertvolle Minuten, weil er an parkenden Autos nicht vorbeikommt. Lange warnten die Einsatzkräfte vor diesem Szenario, vor zwei Wochen wurde es tragische Realität: Der aus dem See gerettete Syrer verstarb wenig später im Universitätsklinikum.

Problematische Situation

Für Stadt und Polizei ist klar, dass die gegenwärtige Situation vor allem an Badetagen problematisch ist. Im Rathaus sieht man die Polizei gefordert. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) regle die Situation, die Polizei müsse für deren Einhaltung sorgen, meint Rathaussprecher Martin Koutny. Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler sieht das anders: Der Polizei seien bei Wildparkern am Viehofner See leider die Hände gebunden, da die nicht auf der Straße geparkten Fahrzeuge eben nicht der StVO unterliegen würden. „Wir haben das auch von Juristen prüfen lassen“, ergänzt Bäuchler.

Die Situation bei der See-Zufahrt sei aber nicht nur im Notfall gefährlich. Auch ganz alltägliche Situationen könnten hier lebensgefährlich sein: „Kleine Kinder müssen mitten auf der Fahrbahn gehen, weil der Straßenrand zugeparkt ist.“ Die derzeitige Alternative, der Parkplatz auf der anderen Seite der Adolf-Schärf-Straße, werde die Lage alleine nicht entschärfen. Bäuchler fordert deshalb die Stadt auf, rasch bauliche Maßnahmen zu setzen: „Wir machen seit drei Jahren auf die Situation aufmerksam und haben für die Lösung des Problems bereits mehrere Vorschläge erarbeitet.“

Im Rathaus betont man, gegenwärtig an einer Lösung zu arbeiten. Wie die konkret aussehen könnte, verrät Koutny noch nicht: „Die Pläne werden erst nach reiflicher Abwägung und Prüfung aller Optionen präsentiert.“