Erstellt am 17. Dezember 2015, 05:03

von Mario Kern

„Nein zu Zäunen!“. St. Pöltner Künstler donhofer. schnitt sich in Warschau aus goldenem Käfig heraus. Als kreativen Appell für mehr Toleranz.

Ein Statement für Toleranz und Mut setzte donhofer. (Mitte) in Warschau gemeinsam mit der Band She and the Junkies: Er sägte sich, musikalisch begleitet, mit aus einem goldenen Käfig heraus.  |  NOEN, Ina Aydogan

Ein goldener Käfig vor dem Denkmal der Helden von Warschau – mittendrin der St. Pöltner Künstler donhofer. mit der St. Pöltner Band She and the Junkies. Anfang voriger Woche setzte donhofer. vor dem Denkmal ein temporäres Denkmal: Er schnitt sich im Zuge seiner Performance „War Saw“ aus dem Käfig heraus.

Diese bewusst gewählte Symbolik ist für den 26-jährigen Künstler ein Statement zum aktuellen Tagesgeschehen: „In einer Zeit, in der Zäune wieder in Mode kommen, Menschen wieder in Lager zusammengepfercht werden und Kriegsrhetorik an der Tagesordnung steht, sage ich: Nein, das wollen wir nicht!“

Ort nicht zufällig gewählt

Den Ort wählte donhofer. aufgrund des Kniefalles von Warschau, den der ehemalige deutsche Bundeskanzler Willy Brandt vor 45 Jahren getan hatte, um dem Aufstand jüdischer Ghetto-Bewohner zu gedenken. Nach seiner Performance mahnt der Künstler: „Wann bewegen wir uns endlich alle aus unserem goldenen Käfig heraus? Wann stehen wir aktiv für unsere Ideale ein?“