Erstellt am 15. Mai 2018, 04:46

von Nadja Straubinger

Lernen während Handyspiel. Der Schulstoff wird mit Hilfe von Anwendung wiederholt. Eltern bestimmen Zeitintervall für Fragen.

Helmut Greis entwickelte mit zwei Programmierern die App „HappySilvio“, die das Spielen unterbricht und Fragen zum Schulstoff stellt.    |  Straubinger

Wischen, Drücken, Halten – Kinder lernen den Umgang mit dem Smartphone häufig schon sehr früh und nutzen es gerne für Spiele. „Auch mein Sohn Silvio hat viel mit dem Handy gespielt, da ist mir die Idee gekommen“, erklärt Helmut Greis. Seine Handy-App „HappySilvio“ unterbricht das Spielen mit dem Handy und stellt in regelmäßigen Intervallen Fragen zum Schulstoff. Weitergespielt werden kann erst bei der richtigen Antwort. Die Fragen umfassen derzeit den Schulstoff der dritten und vierten Klasse Volksschule. „Zu dieser Zeit bekommen die Kinder ihre ersten Handys“, weiß Greis.

Mit zwei Programmierern setzte Greis in den letzten zwei Jahren seine Idee für die ganz besondere Lern-App um, vorerst nur für Android. Bevor die Frage kommt, läuft unten ein Balken, damit die Kinder wissen, wann die nächste aufpoppt. „Egal welches Handyspiel, ,HappySilvio‘ legt sich drüber. Weiter geht es nur nach Beantwortung der Frage. Außer ein Notruf soll abgesetzt werden, das ist natürlich immer möglich“, so Greis. Die Fragen müssen auch wirklich gelesen werden, denn die Position der Antworten wechselt. Ein einfaches Durchklicken ist dadurch nicht möglich. Die App hat einen passwortgeschützten Bereich für die Eltern, wo sie das Zeitintervall für die Fragen festlegen können. Alle fünf bis zehn Minuten werden dann die Kinder beim Handyspielen unterbrochen. „Beim Spielen sind die Kinder hoch konzentriert. Wenn dann eine Frage kommt, dann merken sich die Kinder die Antworten“, erklärt Greis, warum das Lernen so besonders effizient ist. Sind die Kinder auf den Geschmack gekommen und wollen mehr beantworten, können sie in den Übungsmodus wechseln. Dort ist es möglich, mehrere Fragen in Folge zu beantworten.

„Weiter geht es nur nach Beantwortung der Frage. Außer ein Notruf soll abgesetzt werden, das ist natürlich immer möglich.“Helmut Greis

Für jede Antwort gibt es Punkte. „Mir war aber wichtig, dass die App keine Möglichkeit zum Mobbing gibt. Es bekommt jeder Punkte, egal, ob die Antwort richtig oder falsch war. Das Level steigt mit der Menge der beantworteten Fragen“, schildert Greis. Wie in anderen Apps können die Kinder sich einen Avatar selbst gestalten. Werbung und politische Inhalte gibt es nicht. „In-App-Käufe sind möglich, aber nur für Eltern, die ein neues Fragenpaket herunterladen wollen“, führt Greis aus.

700 Fragen sind in der Vollversion enthalten

Die Nutzung der App ist 14 Tage kostenlos. 150 Fragen stehen vorerst zur Verfügung. In der gekauften Version sind dann 700 Fragen enthalten. 29,99 Euro verlangt Greis für die Vollversion. „Mein Sohn war bei allen Tests mit dabei und war immer begeistert. Er freut sich, wenn er eine Frage beantworten kann“, erzählt Greis und hofft auf den Erfolg seiner App. Für eine Weiterentwicklung hat er schon Ideen, etwa den Einbau eines Kalenders, in den Tests und Schularbeiten eingetragen werden können und sich die Fragen rechtzeitig auf diesen Stoff fokussieren. Auch eine Ausweitung der Inhalte für weitere Schulstufen und verschiedene Lehrberufe kann er sich vorstellen. Die App könne man beliebig mit Fragen aus allen Themenbereichen befüllen.

Derzeit sind die Programmierer des St. Pöltner Start-ups mit der Umsetzung einer Version für iOS beschäftigt.

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