Erstellt am 19. Mai 2016, 05:44

von Daniel Lohninger und Mario Kern

Neuer Kanzler Kern: „Ein Mann mit Weitblick“. St. Pöltner SP erwartet sich von Christian Kern viel – nicht nur, weil er im Komitee für Matthias Stadler war. Matthias Adl (VP) sieht „letzte Chance für Regierung“.

Christian Kern und Matthias Stadler vor wenigen Wochen bei der gemeinsamen Präsentation des ÖBB-Bildungscampus. Foto: Vorlaufer  |  NOEN, Vorlaufer

Werner Faymann ist Geschichte, Christian Kern die Zukunft – sowohl als Bundeskanzler als auch als SP-Chef. Applaus dafür gibt es von der St. Pöltner SP. VP, FP und Grüne geben sich abwartend.

Hohe Erwartungen von Heinzl und Hell

„Kern kann Kanzler“, sagt SP-Stadtchef Matthias Stadler. Noch als ÖBB-Chef war der Neo-Regierungschef einer der prominentesten Vertreter in Stadlers Personen-Komitee für die Wiederwahl. „Kern hat beste Kontakte nach St. Pölten und verfolgt die Entwicklung unserer Hauptstadt sehr genau“, führt Stadler aus.

Er sei es auch gewesen, der die Schließung des TS-Werks verhindert und die Errichtung des ÖBB-Bildungscampus‘ forciert habe. Für die Erneuerung der SP sei das ein erster wichtiger Schritt: „Die Öffnung und Modernisierung der SP ist unaufschiebbar und wurde von mir stets gefordert.“

Hohe Erwartungen haben auch die SP-Nationalratsabgeordneten Anton Heinzl und Johann Hell. Heinzl hofft, dass Kern die gute Arbeit der Regierung besser verkaufen kann und es gelingt, „mögliche Streitigkeiten mit der VP nicht öffentlich zu machen“. Hell kennt Kern als Ex-Chef von den ÖBB: „Ich habe ihn als Mann mit unglaublichem Weitblick kennengelernt.“ Dieser Weitblick sei heute mehr denn je notwendig.

Die Grünen geben sich abwartend

„Ein neuer Kopf allein wird die Situation nicht verbessern“, kommentiert Stadt-VP-Chef Matthias Adl den Wechsel. Wichtig sei, dass SP und VP künftig gemeinsame Ziele verfolgen und handfeste Ergebnisse erzielen. Adl: „Das ist die letzte Chance für die Regierung.“

Neuwahlen wären der ehrlichere Weg, ist Stadt-FP-Chef Klaus Otzelberger überzeugt. Der Manager Kern werde das Chaos in der SP nicht beheben können, die Regierung habe bewiesen, dass sie notwendige Reformen nicht angehen könne.

Die Grünen geben sich abwartend. Fakt sei, dass die Republik schwere Aufgaben zu bewältigen habe. Aber, so Geschäftsführer Markus Hippmann: „Im Vorfeld bereits zu urteilen, widerspricht unseren Prinzipien.“