Erstellt am 26. Januar 2016, 05:23

von Mario Kern

Neuer Plan für Domplatz. SP-Stadtchef Stadler präsentierte Idee für Glasbau mit archäologischenund gastronomischen Aspekten. Von der VP und den Freiheitlichen hagelt es dafür Kritik.

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Einen Erstentwurf für einen 1,5 bis 2 Millionen teuren Glasbau im Nordosten des Domplatzes hat SP-Bürgermeister Matthias Stadler im P3tv-Interview präsentiert. Vorbehaltlich der Abstimmung mit den Domplatz-Architekten wäre dieser Bau „ein Akzent für den Platz und die Stadt“, so Stadler.

Der zweigeschoßige, aus zwei Würfeln bestehende Bau solle einen ungestörten Blick auf die freigelegten Reste des römischen Badehauses und der frühmittelalterlichen Kirche bieten und im ersten Stock gastronomisch belebt werden.

Der Architektenbewerb müsse erweitert werden, und „da wird man natürlich mit den Beteiligten reden müssen. Vielleicht wird auch noch eine andere, bessere Lösung gefunden.“ Überlegungen, die bedeutenden archäologischen Funde darzustellen, habe es schon immer gegeben. „Mich hat schon immer gewurmt, dass man außer einer Relief-Platte nichts sehen würde“, betont Matthias Stadler im NÖN-Gespräch.

VP und FP kritisieren Stadler

Damit präsentiert die SP in der Wahlkampf-Zeit eine Überraschung, auf die vor allem die Volkspartei verschnupft reagiert: VP-Vizebürgermeister Matthias Adl bezeichnet Stadlers Idee als „roten Protz-Plan“. Ein funktionierender Wirtschaftsstandort habe Vorrang gegenüber „persönlichen Denkmälern von SPÖ-Politikern. Vor allem, wenn diese mehrere Millionen kosten sollen.“ Stadler stelle sich gegen die Innenstadt-Wirtschaft und hinsichtlich der zu erhaltenden Parkplätze gegen gültige Gemeinderatsbeschlüsse.

Touristen nach St. Pölten zu locken, sei nie falsch, findet FP-Stadtparteiobmann Klaus Otzelberger die Vision nicht grundlegend falsch. Allerdings würde sie den vielen Parkplätzen, die nach der FP erhalten werden sollen, in die Quere kommen und zu teuer sein. „Da gibt es wichtigere Sachen. Man müsste zudem auch die anderen Parteien einbinden.“

Grünen-Gemeinderätin Nicole Buschenreiter findet die Glasbau-Idee gut. „Es ist an der Zeit, die Stadt so zu vermarkten, wie sie es sich verdient hat. Daneben schauen Parkplätze einfach blöd aus.“ Die Kosten schrecken Buschenreiter nicht sehr. „Wir bauen Brücken, die wir nicht brauchen, um acht Millionen. Da sind 1,5 Millionen für etwas Herzeigbares nicht die schlechtere Wahl.“

Stadler entgegnet auf die blau-schwarze Kritik, dass ein solches Gebäude keine „Hütte“ werden solle, sondern Qualität besitzen müsse. Er wüsse zudem nicht, wogegen er mit dieser Idee verstoße, betont Stadler. Der Plan sei nicht endgültig, der Bau müsse ohnehin erst beschlossen werden. Gegen die Interessen der Wirtschaft könne aber eine Attraktivierung der Innenstadt nicht sein.

Stadler weiter: „Mir geht es um die beste Zukunftslösung für einen innovativ genutzten, belebten und attraktiven Domplatz und dabei kann es für niemanden Denkverbote geben.“