Erstellt am 31. Mai 2016, 05:04

von Jutta Hahslinger

Neugieriger Finanzer spionierte Promis aus. Von Vorschriften hielt neugieriger Beamter wenig: Er schnüffelte auch in Datensätzen von St. Pöltner Sportlern.

Im Visier des neugierigen Beamten: Promis wie SKN-Trainer Karl Daxbacher.  |  NOEN, Wallner
Als die Indiskretionen des Amtsdirektors des Finanzamtes Waldviertel in Krems ruchbar wurden, versuchte der 44-Jährige, zunächst noch mit Ausflüchten und Schutzbehauptungen seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Schlussendlich wurde ihm angesichts der belastenden Beweise offensichtlich die Aussichtslosigkeit seiner Bemühungen klar. Er legt vor dem Kremser Schöffensenat ein Geständnis ab.

Der Wachauer gibt zu, im Zeitraum von 2008 bis 2014 illegale Abfragen im internen System des Finanzamtes getätigt zu haben: tausende Abfragen, ohne dienstliche Veranlassung und ohne Wissen und Einwilligung der Betroffenen.

Von Schwarzenegger bis Karl Daxbacher

Neben Bürokollegen des Finanzers zählten alle Einwohner seines Heimatortes in der Wachau, Arnold Schwarzenegger und prominente Sportler wie Snowboarder Benjamin Karl zu den ausspionierten Opfern.
Vor allem Fußballgrößen wie Frenkie Schinkels, Didi Kühbauer sowie SKN-Meistercoach Karl Daxbacher aus Statzendorf hatten es ihm angetan.

Mehrfach delektierte sich der 44-Jährige an deren Steuerdaten. „Es war reine Neugierde. Ich war damals mit zwei Pflegefällen überlastet und gestresst“, beteuert der Finanzbeamter, der nach wie vor in Amt und Würden ist, vor Gericht und versichert: „Ich bin jetzt überkorrekt.“

Der bislang unbescholtene Finanzer erhält ein joberhaltendes Urteil wegen Amtsmissbrauchs: Sechs Monate auf Bewährung und eine unbedingte Geldstrafe von 4.800 Euro.