Erstellt am 22. Oktober 2015, 13:07

von Beate Steiner

Odyssee: ICE kam nicht zum Flughafen. Deutscher Schnellzug wurde am Hauptbahnhof gewendet und nicht bis Schwechat geführt, wo Bahnkunden vergeblich warteten.

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"Nie wieder ÖBB!", erregte sich ein "Dauerreisender"über das Service der Bahn. Der Unternehmer wollte umweltbewusst mit dem ICE am Samstagabend vom Flughafen nach St. Pölten fahren, hatte bereits vorab ein Ticket gelöst – doch die Verbindung wurde gecancelt. Allerdings konnte vor Ort niemand Auskunft geben, warum und wie eine Ersatzlösung aussieht.

Schnellbahn als "Ersatz-ICE"

Die Schnellbahn brachte den verhinderten ICE-Kunden dann schließlich zum Hauptbahnhof, wo er nach beinahe einstündiger Wartezeit einen voll besetzten Zug besteigen konnte. Dort der nächste Frust: Trotz gültigem 1. Klasse-Ticket gestatte es ihm der Zugbegleiter nicht, auf freien Plätzen im Liegewagen Platz zu nehmen: „Ich bin mir vorgekommen wie ein Bittsteller“, ärgert sich der unzufriedene Bahnkunde, der schließlich mit mehrstündiger Verspätung zu Hause ankam.

Deutsche Behörden als Ursache

Die ÖBB entschuldigen sich für die Unannehmlichkeiten, sehen die Ursache allerdings in einer Anweisung der deutschen Behörden, die den Bahnverkehr von Österreich nach Deutschland eingestellt hatten: „Dadurch kam es zu so großen Verspätungen, dass am Samstag die ICE bereits am Hauptbahnhof gewendet wurden“, sagt ÖBB-Sprecher Christopher Seif. Eine rechtzeitige Verbindung von Schwechat zu diesen Zügen konnte wegen der Verspätung nicht hergestellt werden.