Erstellt am 28. Oktober 2015, 05:37

von Mario Kern

Odyssee im Festspielhaus. Österreichs Elektronik-Giganten, die Sofa Surfers, beehren das Festspielhaus. Sofa Surfer Wolfgang Frisch im NÖN-Gespräch über St. Pölten, das neue Album und die Zukunft.

Die Sofa Sufers – Michael Holzgruber, Wolfgang Frisch, Mani Obeya und Markus Kienzl (v. l.) – gastieren zum dritten Mal in St. Pölten. Diesmal im Festspielhaus, mit ihrem neuen Album im Gepäck.  |  NOEN, Ingo Karnicnik

Ihr neues Album „Scrambles, Anthems and Odysseys“ präsentieren die Sofa Surfers am Freitag, 30. Oktober, ab 19.30 Uhr im Festspielhaus, der zweiten Station einer 24-teiligen Konzert-Tournee. Sofa Surfer Wolfgang Frisch stand der NÖN Rede und Antwort.

NÖN: Die Sofa Surfers waren bereits zwei Mal in St. Pölten. Macht euch das zu Liebhabern dieser Stadt?
Wolfgang Frisch: Das stimmt, wir waren einmal vor Jahren im Klangturm, ein anderes Mal im Cinema Paradiso. Für eine Stadt in dieser Größenordnung ist hier kulturell einiges los. Das ist auf jeden Fall sehr positiv.

"Dramaturgie ist uns wichtig"

Wie legt ihr die Präsentation eures Albums im Festspielhaus an?
Ich nehme an, dass wir uns auf der Bühne entfalten können. Das Konzept wird nicht anders als auf anderen Bühnen sein. Dramaturgie ist uns wichtig, ein Spannungsbogen muss vorhanden sein. Wir werden das neue Album komplett spielen. Allerdings nicht in der chronologischen Reihenfolge. Wir werden aber auch ältere Nummern zum Besten geben.

Das neue Album klingt sehr gefühlvoll. Das Konzept legt eine dystopische Grundstimmung nahe – der Weltuntergang scheint zum Greifen nahe. Wie sehr entspricht das eurer Sicht der Dinge?
Das Album spiegelt in seinen Grundstimmungen ein Lebensgefühl wider. Das greifen wir auf, kleiden es musikalisch ein. Dystopien selbst haben in unseren persönlichen Weltbildern keinen großen Platz. Es ist nicht unsere Vision der Zukunft, wir sind da viel positiver gestimmt. Es ist vielmehr das künstlerische Spielen mit einer Möglichkeit. Uns geht es bei den Tracks auf „Scrambles, Anthems and Odysseys“ um das Gefühl dahinter. Nicht so sehr um die Realität einer tristen, lichtlosen Zukunft.

Wo findet da die im Album-Titel erwähnte Odyssee ihren Platz?
Die Odyssee spiegelt vordergründig unsere Arbeit an der Musik wider. Das Wechseln zwischen musikalischen Stimmungen, das Finden des Spannungsbogens.

Auf dem Cover seid ihr in einem Boot abgebildet. Ein Symbol für die aktuelle Flüchtlingswelle?
Der Vergleich ist legitim, hat aber mit der konkreten Entwicklung nichts zu tun. Es ist vielmehr so, dass wir alle irgendwie in einem Boot sitzen. Und auf einer Reise sind. Vielleicht sogar auf einer Odyssee.