Erstellt am 16. Dezember 2015, 05:03

Ost-West-Achse hat Vorrang. Zwei neue Ampeln, Nachrang für Eybnerstraße und Verlegung der Lup-Haltestelle sind Folge.

 |  NOEN, Daniel Lohninger

Anfang 2017 wird die Kerntangente Nord für den Verkehr freigegeben. Die ersten Arbeiten für deren Herzstück – die 165 Meter lange und 5,7 Millionen Euro teure Traisenbrücke sowie der Neubau der Willi-Gruber-Straße – sind bereits in Angriff genommen.

Täglich 11.500 Fahrzeuge werden diese neue Ost-West-Achse nutzen und sollen dadurch die bestehenden Achsen entlasten. Damit das zusätzliche Verkehrsaufkommen auch entsprechend bewältigt werden kann, sind bis Anfang 2017 entlang der Achse zahlreiche Maßnahmen notwendig.

Die größten Herausforderungen dabei: Die Daniel-Gran-Straße kann aufgrund der Bebauung nicht durchgängig vierspurig werden, die Kreuzungsbereiche auf der Strecke zwischen Wiener Straße und Praterstraße müssen adaptiert werden und die Lup-Haltestellen in Nebenstraßen verlegt werden.

"Keine neue Stadtautobahn"

„Grundsätzlich ist zu sagen, dass die sogenannte Kerntangente Nord keine neue Stadtautobahn ist, sondern nicht mehr und nicht weniger als eine Verbindung der Praterstraße im Westen mit der Wiener Straße im Osten ist“, betont Baudirektor Kurt Rameis.

Die Leistungsfähigkeit der so entstehenden Trasse sei von Haus aus durch den hauptsächlich zweistreifigen Bestand der Daniel-Gran-Straße beschränkt. Die Kerntangente Nord werde dennoch in Angriff genommen, weil zwischen der „alten“ Traisenbrücke und der Brücke in der Schärf-Straße abgesehen von Rad- und Gehstegen fast zwei Kilometer keine Querungsmöglichkeit über die Traisen existiere.

„Das entscheidend neue Element ist also die neue Traisenbrücke. Dass dabei eine neue Verbindung zwischen den überregionalen Hauptachsen entsteht, ist ein gewünschter Nebeneffekt der neuen Brücke“, so Rameis.

Die Änderungen im NÖN-Überblick

Dem Straßenverlauf von Osten aus folgend sind mehrere Projekte notwendig (siehe Infografik links): Eine neue Ampel wird an der Kreuzung der Wiener Straße mit der Willi-Gruber-Straße den Verkehr über die Brücke regeln.

Wer über die Brücke fährt, wird an der Kreuzung mit der Eybnerstraße künftig Vorrang haben – gegenwärtig haben die aus der Willi-Gruber-Straße kommenden Fahrzeuge Vorrang. Weiter führt die Kerntangente dann durch die Westbahnunterführung, der Einfahrtswinkel wird durch eine neue Kurve deutlich flacher.

Vorbei geht’s an der Herzogenburger Straße, die künftig bis zum neuen AK-Parkhaus zur Einbahn wird, zur Kreuzung der Eybnerstraße mit der Daniel-Gran-Straße. Die wird bis 2017 deutlich verbreitert, die Ampel-Intervalle werden zugunsten der Hauptachse verändert.

"Keine neue Kerntangente"

Eine zweite neue Ampelanlage wird vor der Daniel-Gran-Volksschule errichtet, sie soll die Sicherheit der Schüler verbessern – ebenso wie die Verlegung der Lup-Haltestelle in die Kremser Landstraße. Die Kreuzung der Daniel-Gran-Straße mit der Praterstraße soll bleiben, wie sie ist.

Nicht kommen wird übrigens eine direkte Anbindung der Kerntangente an die neue Park- & Ride-Anlage beim Bahnhof. Das sei baulich nicht machbar, erklärt Rameis.