Erstellt am 23. September 2015, 05:17

von Alex Erber

Pächter-Auswahl: Debakel am Ende. Wirt bewarb sich, bekam den Zuschlag, sagte ab. Jetzt versucht es die Stadt mit neuerlicher Ausschreibung.

Freundlich, einladend: So präsentiert sich das Restaurant im Anton-Rupp-Freizeitzentrum. Die Pächtersuche gestaltet sich dennoch nicht erst seit heute mehr als schwierig.  |  NOEN, Hans Kopitz

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates haben die Mandatare die Verpachtung der Gastronomie im Anton-Rupp-Freizeitzentrum an Peter Kaltenbrunner einstimmig beschlossen. Drei Tage später sagte der Wirt der Gemeinde ab.

Pachtvertrag wurde nicht verlängert

Es war eine kurzzeitige Erfolgs-Ära, als die Yaldiz-Brüder die Gastronomie in Ossarn betrieben. Weil ihr „La Strada“ am Rathausplatz vollste Konzentration der Kräfte erfordert, haben sie den Pachtvertrag mit der Stadtgemeinde, wie ausführlich berichtet, nicht verlängert.

Daraufhin ist die Neuverpachtung ausgeschrieben worden. Mit mäßigem Erfolg. Denn es gab letztendlich nur zwei Bewerber. Ein Interessent stammte aus dem Raum Baden und kam durch die örtliche Distanz eher nicht in Frage. Blieb Peter Kaltenbrunner, der im benachbarten Unterradlberg seit 17 Jahren das Gasthaus zur Post führt: „Ohne jegliche Probleme“, wie er im NÖN-Gespräch betont.

Kaltenbrunner hinterließ im Gespräch, an dem auch die Klubverantwortlichen der einzelnen Parteien beteiligt waren, einen positiven Eindruck.

Doch dann rückte die montägige Gemeinderatssitzung näher und der Gastronom pochte für die Mandatare überraschend auf eine viermonatige Pachtfreistellung (bis Jänner 2016).

„Habe Bewerbung ernst gemeint“

Nach intensiven Beratungen gelangten die Stadtvertreter zur Ansicht, die ursprüngliche Ausschreibung nicht nachzujustieren. Sie beschlossen einstimmig die Verpachtung an Kaltenbrunner, allerdings zu den in der Ausschreibung angeführten Konditionen.

Was prompt zur Absage durch den Wirten führte. „Ich habe diese Bewerbung wirklich ernst gemeint“, beteuert der Gastronom. „Die Pachtfreistellung sollte eine Starthilfe sein. Ich hätte nicht nur drei Arbeitskräfte, zwei Mal Vollzeit, einmal Teilzeit, übernommen, sondern hätte rund 25.000 Euro in neue Kassen, in die Kühlung, in die Schankanlage und ins Ausmalen investieren müssen“, schildert Kaltenbrunner. Er hätte die Starthilfe gut benötigen können: „Schließlich ist dieses Lokal tot.“ Es schmerze ihn, dass er absagen habe müssen: „Ich hätte das wirklich gerne gemacht!“

Die Stadtgemeinde hat sich jetzt entschlossen, eine neuerliche Ausschreibung vorzunehmen.

Es wird nunmehr aber vorerst nur der Bereich des Gasthausbetriebes in der Sporthalle des Anton-Rupp-Freizeitzentrums zur Verpachtung ausgeschrieben. „Bei positivem Geschäftsverlauf und bei Interesse des Pächters kann aber auch im Frühjahr 2016 die zusätzliche Verpachtung des Buffetbetriebes im Erlebnisbad ,Aquapark‘ beschlossen werden“, erläutert Stadtamtsdirektor Kurt Schirmer.

Die Bewerbungsfrist läuft bis Montag, 12. Oktober. Die Vergabe der Verpachtung könnte in der Gemeinderatssitzung am Montag, 19. Oktober, erfolgen.