Erstellt am 24. November 2015, 04:38

von Mario Kern und Alex Erber

Pendler warten auf die Entscheidung. Am Dienstag, soll endgültig geklärt werden, ob die ÖBB den Westbahnhof auch weiterhin mit schnellen Zügen ansteuern dürfen.

Präsentierten am St. Pöltner Hauptbahnhof den neuen Cityjet, der in
S-Bahn- und Regionalbahn-Ausführung hergestellt wird: Nationalratsabgeordneter Anton Heinzl, ÖBB-Konzernchef Christian Kern, Verkehrsminister Alois Stöger und Verkehrslandesrat Karl Wilfing.
 |  NOEN, Mario Kern

Mit 13. Dezember tritt der neue Fahrplan der ÖBB in Kraft. Er bringt sehr viele Vorteile. Doch nicht alle Pendler können und wollen sich damit anfreunden, dass sämtliche schnelle Verbindungen in die Bundeshauptstadt künftig am Hauptbahnhof enden.

Die ÖBB wollten dieses Manko durch den Einsatz von Rex-200-Garnituren ausgleichen, die wie bisher den Westbahnhof ansteuern. Der private Betreiber Westbahn legte sich quer, sieht sich dadurch benachteiligt. „Sie hat den Streit auf dem Rücken der Pendler angezettelt“, so VP-Verkehrslandesrat Karl Wilfing.

Wilfing: "Massive Verbesserungen“

Am Dienstag, 24. November entscheidet der Verwaltungsgerichtshof, ob dem Einspruch der Westbahn stattgegeben wird. Gegen 13.30 Uhr soll das Urteil verlautbart werden. Fällt es zugunsten der ÖBB aus, kann der Einsatz der Rex-200-Garnituren noch in den neuen Fahrplan integriert werden. Davon sind Wilfing und ÖBB-Regionalmanager Michael Fröhlich überzeugt.

Wilfing betonte, dass der neue Fahrplan „massive Verbesserungen“ mit sich bringe: „Jahrelang blickten wir neidvoll in die Schweiz, was die Taktrelationen anbelangt. Jetzt ist das auch bei uns Realität, es gibt schnellere Verbindungen in alle Himmelsrichtungen.“

Der Politiker hob dabei speziell den „Vollknoten St. Pölten“ hervor: „Egal, aus welcher Richtung, egal, in welche Richtung: Sofortiges Umsteigen ist möglich.“ Und natürlich zügiges Vorankommen: „In 24 Minuten ist man am Hauptbahnhof, in 53 Minuten in Wiener Neustadt (30 Minuten Ersparnis), in 3,05 Stunden in Graz (24 Minuten Ersparnis).“ Überdies wird, wie ausführlich berichtet, St. Pölten tagsüber zwei Mal pro Stunde mit ÖBB-Fernverkehrszügen direkt an den Flughafen Wien angebunden.

Cityjets starten vorerst nicht in St. Pölten

Die NÖVOG wiederum hat in Abstimmung mit dem neuen ÖBB-Fahrplan einen zusätzlichen Abendzug für die Mariazellerbahn (Abfahrt um 21.37 Uhr in St. Pölten) eingeführt und die Fahrtzeit zwischen St. Pölten und Laubenbachmühle um vier Minuten verkürzt.

Eine neue Errungenschaft stellten die ÖBB einen Tag nach der Präsentation des neuen Fahrplanes vor: den modernen und komfortablen Cityjet, der im Nah- und Regionalverkehr das Equivalent zum Fernverkehrszug Railjet wird. „Ab Dezember werden zwei Züge im Großraum Wien fahren, aber auch in Richtung St. Pölten“, erklärte ÖBB-Chef Christian Kern im Gespräch mit der NÖN. „Wann der erste Cityjet aus St. Pölten abfährt, ist noch nicht klar.“ Schätzungen zufolge frühestens 2017 – der Einsatz hängt vom Fahrzeitnutzen und den Kundenzahlen ab. Bis 2018 werden dann bundesweit 101 Cityjets bisherige S-Bahn- und Regionalgarnituren ersetzen.


Änderungen:

INNERE WESTBAHNSTRECKE 
Ziel auf der Strecke Wien-Westbahnhof - Neulengbach - St. Pölten war ein einheitliches, leicht merkbares Taktsystem mit Anbindungen an den Knoten St. Pölten.

  • Montag bis Freitag: halbstündiger Rex-Takt Wien-Westbahnhof - St. Pölten.
  • Samstag und Sonntag: stündlicher Rex-Takt Wien-Westbahnhof - St. Pölten.
  • Zusätzliche Rex-Halte in Maria Anzbach und Purkersdorf-Zentrum; zwischen Neulengbach und St. Pölten alle Halte.
  • S 50: Halb-Stunden-Takt Wien-Westbahnhof - Tullnerbach-Pressbaum; von dort Ein-Stunden-Takt bis Neulengbach mit Zubringer- und Verteilerfunktion in Neulengbach-Stadt.

ÄUSSERE WESTBAHNSTRECKE

  • Rex 200 von Wien-Westbahnhof über St. Pölten nach Amstetten in Pendlerlagen stündlich (konkrete Anzahl der Züge noch offen). Dadurch gibt es in St. Pölten einen Taktknoten mit Zubringer- und Verteilerfunktion zu/von allen Zügen im Knoten zur vollen Stunde.
  • Traisentalbahn: Hier gibt es eine konsequente Systemdrehung um eine halbe Stunde, um den Knoten in St. Pölten zur vollen Stunde zu erreichen. Dadurch besteht Anschluss in St. Pölten von/nach: 
  • Railjet-Takt Richtung Wien und Richtung Salzburg/Bregenz.
  • Rex-200-Takt Richtung Wien und Richtung Amstetten/St. Pölten.
  • Regional-Zug-Takt Richtung Krems/Horn.
  • Rex-Takt Richtung Krems.
  • Halbstunden-Takt im Morgenhauptverkehrs-Zeitsegment Richtung St. Pölten.

KAMPTALBAHN UND KREMS-ST. PÖLTEN

  • Einheitliches Taktsystem
  • Auflassung der bisherigen Haltestellen Klein-Wien und Meidling im Tal.
Quelle: ÖBB

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