St. Pölten

Erstellt am 25. August 2016, 02:17

von Beate Steiner

Post-Praktikantin schickte Briefe retour an Absender. Junge Postlerin hatte angenommen, dass urlaubende Adressatin verzogen sei.

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„Sie wohnen noch da?“, zeigte sich die junge Postlerin überrascht, als sie eine Innenstadtbewohnerin beim Postkasten traf. „Ich hab‘ geglaubt, sie sind verzogen und habe einige unwichtige Briefe retour geschickt.“ Die St. Pöltnerin war über diese Ansage nach ihrer fünftägigen Abwesenheit so perplex, dass sie nur bestätigte, nicht verschwunden zu sein.

Als dann aber auch noch eine E-Mail kam, in der die Abo-Abteilung ihrer Wochenzeitung anfragte, wohin künftig das Blatt gesendet werden sollte, realisierte sie, dass da doch während ihres Urlaubs postalisch nicht alles den richtigen Weg gegangen war.

Ferialpraktikantin handelte „eigenmächtig“

Die NÖN erkundigte sich, wie die Post normalerweise vorgeht, wenn der Briefkasten offensichtlich über längere Zeit nicht entleert wird und ab wann denn korrekterweise die Briefe und Zeitungen retour an den Absender gehen.

„Dass die Postbotin die Briefe nicht zugestellt hat, war jedenfalls nicht korrekt“, entschuldigt sich Postsprecher Michael Homola für das „eigenmächtige Handeln“ der Ferialpraktikantin, das auch bei den Post-Verantwortlichen Erstaunen auslöste.

"Wirklich ein Einzelfall"

„Sie hat niemanden gefragt, ihre Chefin auch nicht informiert, dass sie die Briefe und die Zeitung nicht zugestellt hat. Mir ist so etwas noch nie untergekommen, das war wirklich ein Einzelfall.“

Retour geschickt werde Post nur, wenn genau geklärt sei, dass der Empfänger nicht mehr an dieser Adresse wohnt: „Wir fragen bei den Nachbarn nach, erkundigen uns, was Sache ist“, so Homola.