St. Pölten

Erstellt am 03. September 2016, 06:01

von Mario Kern

Stammtisch: Mit Pfeife, Charme und Sherlock-Mütze. Am 21. September weht der Geist der Viktorianischen Ära in St. Pölten: Thomas Fröhlich lädt zum Sherlock-Holmes-Stammtisch.

Thomas Fröhlich lädt beim Holmes-Stammtisch dessen glorreiche Taten auferstehen.  |  NOEN, Mario Kern

Mit der durch Sherlock Holmes weltweit berühmt gewordenen Deerstalker-Mütze muss man nicht unbedingt beim ersten „St. Pöltner Sherlock-Holmes-Stammtisch“ erscheinen. „Man kann aber, wenn man will“, betont Literat Thomas Fröhlich.

Der St. Pöltner organisiert für Mittwoch, 21. September, ab 18.30 Uhr den Stammtisch für Freunde des britischen Meisterdetektivs, Fans des viktorianischen Lifestyles und Literaturinteressierte.

„Bei Interesse natürlich gerne öfter“

„Der erste österreichische Stammtisch fand im April in Wien statt“, schildert Fröhlich den Beweggrund für die Premiere im Vinzenz Pauli: „Nachdem der Großteil der Teilnehmenden aber sowieso aus Niederösterreich stammte, schlug ich vor, das Treffen nach St. Pölten zu verlegen.“

Hier soll künftig zumindest drei Mal im Jahr der großen literarischen Gestalt und seiner Zeit gedacht werden. „Bei Interesse natürlich gerne öfter.“

Für die Stammtische möchte Fröhlich immer besondere Gäste präsentieren – der Premieren-Gast wird der Lilienfelder Autor und Fotograf Gerald Axelrod sein, der kürzlich ein Buch über den „Hund von Baskerville“ herausgebracht hat.

Vor fast vier Jahren Stück zum Thema verfasst

Fröhlich selbst ist mit Sherlock Holmes seit langem vertraut: Mit dreizehn Jahren las er zwar die Geschichten Arthur Conan Doyles, „sie sind aber nicht besonders bei mir gelandet“.

Erst die persönliche Empfehlung von Moonspell-Sänger Fernando Ribeiro eines Buches, das Holmes in den Cthulhu-Mythos einband, weckte die Leidenschaft für den „Detektiv mit Ecken und Kanten.“ Diese Passion brennt dafür seither umso mehr in Fröhlich.

Vor fast vier Jahren schrieb der St. Pöltner „Sherlock Holmes und das Geheimnis des Illusionisten“.

2013 wurde das Stück von Perpetuum uraufgeführt, 2014 erschien ein Hörspiel, für welches Fröhlich den deutschen „Vincent-Preis“ bekam. Seit eineinhalb Jahren ist er zudem Generalrepräsentant der deutschen Sherlock-Holmes-Gesellschaft in Österreich.

Warum das Interesse an Sherlock Holmes – 2017 wird er 130 Jahre alt – ungebrochen ist, begründet Thomas Fröhlich mit „einer Antithese zur Welt von heute, die von Hektik und Verfügbarkeit regiert wird. Es ist außerdem eine Möglichkeit, sich mit einem kulturellen Erbe auseinanderzusetzen“.