Erstellt am 07. März 2016, 08:40

von Beate Steiner

Private Vermieter im Visier. Private Anbieter von Unterkünften wie Airbnb sollen auch Abgaben zahlen, fordern Hoteliers.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
120 Unterkünfte in St. Pölten und Umgebung gibt es auf der Plattform Airbnb. Vom Schloss Wasserburg um 1754 Euro pro Nacht bis zum Bauwagen auf der Wiese um wohlfeile 10 Euro für ein Mal schlafen ist da alles dabei, für jedes Geldbörsel und jeden Geschmack.

Zum Beispiel eine Altbauwohnung im Zentrum um 78 Euro, oder ein Schlafplatzerl in der Wohnküche um 20 Euro – ohne Tourismusabgabe, denn die müssen die Privatvermieter nicht abliefern. Noch nicht.

„Nur Gleiches mit Gleichem vergleichen“

Denn Hoteliers laufen Sturm gegen die vor acht Jahren in Amerika gegründete und mittlerweile milliardenschwere Privatvermieter-Plattform. St. Pöltens Wirte-Chef und Hotelier Leo Graf: „Ich hab nix gegen Privatanbieter. Aber man kann nur Gleiches mit Gleichem vergleichen.“

So müssten die gewerblichen Betriebe Feuermelder, feuerfeste Decken und Vorhänge, Lärmschutz-Vorrichtungen installieren. Auch die Größe der Unterkunft und Parkplätze sind vorgeschrieben– Privatanbieter unterliegen keinen Vorschriften.

Tourismusgesetz soll geändert werden

Die gewerblichen Vermieter fordern daher gleiches Recht für alle, also festgeschriebene Standards und auch Abgaben der Privatvermieter, unter anderem die Tourismusabgabe.

Die Stadt Wien möchte nun als erste das Tourismusgesetz ändern, die Strafe bei Verstößen gegen die Abgabevorschriften soll auf 2.100 Euro erhöht werden. Damit dieses Gesetz nicht zahnlos bleibt, braucht die Verwaltung allerdings die Adressen aller Airbnb-Anbieter.

Auch in Niederösterreich tut sich was. Weil das NÖ Tourismusgesetz nicht eindeutig aussagt, ob Nutzer eines Airbnb Angebotes Nächtigungstaxe zahlen müssen, wird derzeit an einer neuen landesweiten Lösung gearbeitet. „Das wurde uns von der zuständigen Abteilung des Landes signalisiert“, heißt es aus dem Magistrat.