Erstellt am 30. September 2015, 07:02

von Daniel Lohninger

Provisorium wurde zur modernen Kirche. St. Johannes-Kapistran-Kirche erstrahlt in neuem Glanz. Gläubige sitzen im Kreis um besonderen Glasaltar. ST. PÖLTEN / 4

Peter Seewald (links) und Architekt Martin Bernegger bei den letzten Arbeiten in der Pfarrkirche St. Johannes Kapistran – im Hintergrund das Bild von Anton Floh, im Vordergrund Scheiben für den Glasaltar.  |  NOEN, Vorlaufer

 43 Jahre nachdem die St. Johannes-Kapistran-Pfarrkirche als Provisorium errichtet wurde, erstrahlt sie in neuem Glanz. Um 900.000 Euro wurde seit März aus dem desolaten Gotteshaus ein modernes Zentrum der Geistlichkeit und Gemeinsamkeit.

Bischof als "Initialzündung"

„Die Initialzündung für die Sanierung gab Bischof Klaus Küng bei seiner Visitation“, erinnert sich Wortgottesdienstleiter Peter Seewald. Dann wurde überlegt, geplant, mit Hilfe der Diözese die Finanzierung aufgestellt, Spenden gesammelt (140.000 Euro bislang) und im März ging es mit den Arbeiten los. Der Bauzeitplan hielt auch dank vieler freiwilliger Helfer.

Und so ist es am Sonntag, 18. Oktober, soweit: Das Gotteshaus wird wieder seiner Bestimmung übergeben, der neue Glasaltar wird von Weihbischof Anton Leichtfried geweiht.

Kirche wurde thermisch saniert

Wiedererkennen wird die Kirche spätestens beim Eintreten kaum mehr jemand: Die Außenfassade wurde ebenso wie das Dach thermisch saniert. Innen wurde ein zentraler Eingangsbereich geschaffen, von dem aus es in den Kirchenraum und weiter in die Kapelle sowie in die Nebenräumlichkeiten geht. Stolz ist man in der Pfarre darauf, dass die Kirche barrierefrei ist und zudem über eine induktive Höranlage verfügt. „Damit können Menschen mit Hörgeräten deutlicher und klarer hören“, freut sich Seewald.

Geplant wurde die Sanierung und Neugestaltung vom Architekten und Pfarrkirchenrats-Mitglied Martin Bernegger. „Wichtig war uns, dass die Aufträge an Firmen aus der Region gehen“, erklärt er. Einzig der Glasaltar sei von einer Schlierbacher Firma gefertigt worden – weil das die Verbindung des ehemaligen Pfarrers Anton Floh mit seinem Heimatort demonstriere. Dessen Bild „Sonnengesang des Heiligen Franziskus“ erstrahlt jetzt ebenfalls in neuem Glanz.

Kreis um Altar

Im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils völlig neu gestaltet wurde der liturgische Raum. „Die Gläubigen sitzen künftig im Kreis um den Altar“, betont Bernegger. Auch, dass Eichenholz für den Kirchenfußboden verwendet wird, hat eine tiefere Bedeutung: Die Absicht ist, dass man die Spuren sieht, die die Menschen in der Kirche hinterlassen.