Erstellt am 21. April 2016, 13:54

von APA/Red

"Quell" und "Ende": Werke von Kogler und Wurm. Das Landesmuseum Niederösterreich präsentiert "Erwin Wurm - Ende" und "Leopold Kogler. Quell. Eine Retrospektive".

 |  NOEN, JOHANNA WEITZENBOECK (APA)

Von Samstag, den 23. April  bis zum 31. Juli ist die letzte Kunstausstellung im Landesmuseum Niederösterreich vor der künftigen Nutzung dieses Bereichs als "Haus der Geschichte". Direktor und Kurator Carl Aigner sprach bei einer Presseführung am Donnerstag unter Hinweis auf die beiden Künstlerpersönlichkeiten von einem "grand final".

Mit der Schau würde "ganz exquisit" die Vielfalt zeitgenössischen Schaffens dokumentiert. Die Kunst werde im Haus aber auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen, und zwar im Kontext der Landesgeschichte - Stichwort "Macht der Bilder" etwa in der NS-Zeit, verwies Aigner auf die Kunst als virulentes Element der Gesellschaft.

Bei völlig unterschiedlicher künstlerischer Positionierung verbinden Kogler und Wurm seit den späten 1970er-Jahren das Studium bei Bazon Brok und Oswald Oberhuber an der WienerUniversität für angewandte Kunst sowie auch die NÖ-Bezüge, sagte Aigner. Kogler (Jahrgang 1952) lebt und arbeitet in seinem Geburtsort St. Peter in der Au im Mostviertel und in St. Pölten, Wurm (geboren 1954 in Bruck an der Mur) seit 2002 in Limberg im Weinviertel.

Natur in den Fokus

Die Retrospektive reicht von Koglers frühen Arbeiten, in denen er serielle Strategien entwickelte, Collage, neue Medien, Schrift, Text und geometrische Muster einbezog, bis zur Malerei, der er sich Anfang der 1980er-Jahre wieder zuwandte. Er rückte die Natur in den Fokus, es entstanden die Serien "Tagweiden" und "Landschaftsflimmern" in Mischtechnik auf Papier.

Nach Landschaftsreflexionen widmete sich Kogler botanischen Objekten, wobei er an seine fotografischen Arbeiten und Dunkelkammerarbeit der 70er anknüpfte und das Phänomen der Photosynthese bildnerisch umsetzte.

"Bewusst reduziert", so Aigner, erscheint die Präsentation der Werke von Erwin Wurm, der wie kaum ein anderer Gegenwartskünstler den Begriff der Skulptur derart kompromisslos und radikal weiterentwickelt hat und mit seinen fotografischen, performativen "One-Minute-Sculptures", "Fat Cars" oder deformativ-minimalisierenden Architekturen und Alltagsobjekten weltweit berühmt wurde.

So sind etwa im ersten Ausstellungsraum nur das Titel gebende Bild "Ende", das sich auf die Änderung im Landesmuseum bezieht, und die Skulptur "Toilet" (2014) zu sehen, "Wandpullover" stammt aus 2016.

"Wir scheitern immer"

"Der Alltag bildet den Ausgangspunkt meiner Arbeiten. Alle Materialien, Objekte und gesellschaftlichen Themen können sie befruchten", lautet ein Zitat Wurms, dessen Werke derzeit auch in der Ausstellung "Bei Mutti" in der Berlinischen Akademie gezeigt werden.

Und: "Ich verstehe den Künstler als jemanden, der sich mit nichts anderem beschäftigt, als der Welt Sinn zu entziehen. Als jemanden, der diesen Entzug zu seinem Mittelpunkt macht. Dessen ganzer Einsatz besteht darin, die Welt von Bedeutung zu befreien."

"Abstract Sculptures (Kiss)" steht bei einem Gebilde aus Würsten - dazu der Künstler: "Egal ob man versucht, das Leben mit Philosophie oder Ernährungsdiät zu meistern - wir scheitern immer!"