Erstellt am 11. Oktober 2016, 05:49

von Daniel Lohninger

Pendler werden im Sommer zu Radlern. Passt das Wetter, nutzen viele das Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit. Das zeigen die 150.000 Daten der Messstelle beim Bahnhof.

Stadtplaner Jens de Buck und Radfahrbeauftragter Gregor Gradnitzer passieren die Radfahrzählanlage beim Bahnhof. Von Jahresbeginn bis Ende September wurden hier fast 150.000 Pedalritter registriert.
  
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Ging es um die Nutzung des Fahrrades als Verkehrsmittel, war die Stadt bislang auf händische Zählungen oder Umfragen angewiesen. Das ist jetzt anders: Dank der zu Jahresbeginn ohne viel Aufsehen installierten automatischen Radfahrzählanlage am nördlichen Portal der Unterführung beim Bahnhof gibt es erstmals konkrete Daten über die tatsächlichen Nutzungsgewohnheiten der Fahrradfahrer im innerstädtischen Verkehr.

Knapp 150.000 Radfahrer passierten seit Anfang Jänner die in den Asphalt verlegten Induktionsstreifen. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus:

Das Fahrrad konkurriert mit Lup und Straßenverkehr als Pendler-Vehikel: Werktags sind die meisten Radfahrer dann unterwegs, wenn auch die Öffis am meisten genutzt und die Staus in den Ausfallstraßen am längsten sind. Fast jeder sechste Radfahrer passierte zwischen 7 und 8 Uhr sowie 15 und 16 Uhr die Messstelle. Wenig los ist hingegen in den Nacht- sowie frühen Morgenstunden.

Zwischen 68 und 1.150 Radfahrer pro Tag: 1.150 Radfahrer passierten am 23. Juni die Zählanlage bei angenehmen Temperaturen um die 20 Grad – mehr waren es seit Anfang Jänner an keinem anderen Tag. Der schwächste Tag war der 6. Jänner mit nur 68 wackeren Pedalrittern, die bei winterlichen minus 6 Grad unterwegs waren. Generell ist die Frequenz an Werktagen deutlich höher als an Feiertagen.

Radfrequenz steigt mit den Temperaturen sprunghaft: Die wenigsten Radfahrer wurden im Jänner mit 8.305 gezählt. Im Februar und März stieg die Zahl jeweils um mehr als 20 Prozent, im April kam der erste große Sprung auf 18.132 Radfahrer – ähnlich viele, wie auch im Mai gemessen wurden. Der Juni brachte den nächsten Sprung auf den Spitzenwert von 23.544. Im Juli, August und September blieb die Zahl unter diesem Niveau, aber stabil bei über 22.000. Im Schnitt passierten von Jänner bis Ende September pro Tag 16.842 Radfahrer die Messstelle.

Ergebnisse sollen in künftige Pläne einfließen

Die Stadt will diese Erkenntnisse in künftige Planungen für den innerstädtischen Radverkehr einfließen lassen. Um auch aus anderen Teilen der Stadt konkretere Nutzungszahlen zu erhalten, könnte als nächstes der Geh- und Radweg entlang der neu errichteten Willi-Gruber-Straße mit einer Messanlage ausgestattet werden. „Es wurde hier ein Stromanschluss für eine weitere Radfahrzählanlage vorgesehen, bei Bedarf auch mit Zählstandanzeige“, sagt Gregor Gradnitzer von der Stadtplanung. Diese Zählanlage könne jederzeit problemlos errichtet werden.

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