Erstellt am 24. September 2015, 17:52

von Mario Kern

Rasant und tiefsinnig. Die Traismaurer Schriftstellerin Cornelia Travnicek im NÖN-Gespräch über die Verfilmung ihres Erfolgsromans "Chucks", einen Preis in Kanada und ihre neuen Werke.

 |  NOEN, pressefotoLACKINGER

Mit „Chucks“ ist der Traismaurerin Cornelia Travnicek 2012 ein tiefsinniger und zugleich abwechslungsreicher, rasanter Roman gelungen. Das Regie-Duo Sabine Hiebler und Gerhard Ertl („Anfang 80“) hat die Geschichte rund um das Punk-Girl Mae verfilmt. Die 28-jährige, preisgekrönte Autorin im NÖN-Interview.

NÖN: Wie gefällt Ihnen die filmische Umsetzung Ihres Romans?
Cornelia Travnicek:
„Die Bearbeitung der Geschichte für den Film hat eine runde Story geschaffen, die in 90 Minuten auf der Kinoleinwand gut nachvollziehbar ist. An vielen Stellen hat der Film auch eine ganz wunderbare eigene Bildersprache entwickelt.“

Hatten Sie Mitspracherecht bei der Verfilmung?
„Es war kein vertraglich geregeltes Mitspracherecht, im Gegenteil, bei der Umsetzung wurde vorher eine größtmögliche kreative Freiheit für das Filmteam vereinbart. Allerdings haben Gerhard Ertl und Sabine Hiebler persönlich großen Wert auf eine Zusammenarbeit mit mir gelegt und mich immer wieder teilhaben lassen.“

Der Film wurde beim Festival des Films du Monde in Montreal mit dem Publikumspreis bedacht.
„Ja. Zum ersten Mal konnte ich den Film in einem vollen Saal mit Publikum sehen und habe natürlich schon gespürt, dass er gut ankommt. Da aber einige doch sehr explizit österreichische Elemente enthalten sind, ist es eine umso größere Freude, dass er auch in Kanada so hervorragend aufgenommen wurde.“

Am 12. Oktober erscheint Ihr neuer Roman „Junge Hunde“. Sie werden ihn am 14. Oktober in Traismauer vorstellen. Worum geht’s im neuen Werk?
„Um Familienkonstellationen, Lebensentwürfe, Startschwierigkeiten, Suchen und ein paar Hunde. Nun, das ist jetzt vielleicht etwas abstrakt, aber ich bin wirklich sehr schlecht darin, meine eigenen Werke zusammenzufassen. Im Grunde geht es um Johanna und Ernst, die am Ende mehr gemeinsam haben, als sie wussten.“

Im Sommer ist auch ein Band mit Lyrik aus Ihrer Feder erschienen. Das klingt nach viel Arbeit in den letzten Monaten. Gibt es noch weitere Projekte in Planung?
„Dieser Lyrikband ist eine Sammlung meiner spärlichen Lyrikproduktion der letzten zehn Jahre. Also wurden keine Gedichte extra nur für diesen Band verfasst, es war also nur eine Auswahl zu treffen und dann eine Anordnung zu finden. Tatsächlich habe ich schon mit zwei neuen Projekten begonnen, darüber wird aber noch nichts verraten.“