Erstellt am 12. April 2017, 12:06

von Daniel Lohninger

Sichtschutz für FKK: Nacktbadern ist‘s zu kahl. FKK-Stammgäste ärgern sich, dass Sträucher und Bäume am Ufer des Ratzersdorfer Sees entfernt wurden. Stadt verweist auf 250 Unterschriften, die genau das gefordert hatten.

Stadtgärtnermeister Robert Wotapek auf einer Liegewiese, wo der Strauchbewuchs entfernt wurde. „Bis zum Beginn der Badesaison sind die jetzt braunen Stellen garantiert grün“, betont er.  |  NOEN, Daniel Lohninger

Ihren Augen trauten Stammgäste kaum, als sie sich vor wenigen Tagen ein Bild vom FKK-Bereich am Ratzersdorfer See machten. Ein richtiger Kahlschlag sei erfolgt, ärgern sich einige. Nicht nur mehrere Bäume seien ihm zum Opfer gefallen, sondern auch zahlreiche Sträucher bei den Liegewiesen sowie auf der Rückseite, die als Abgrenzung des FKK-Bereichs
gedient hatten.

„Wir liegen hier wie auf dem Präsentierteller“

„Wir liegen hier wie auf dem Präsentierteller“, ärgert sich ein weiblicher FKK-Stammgast über den ihrer Meinung nach verloren gegangenen Sichtschutz. Abgesehen davon sei auf den Liegewiesen vor allem in der Mittagszeit großes Gedränge unter den wenigen Schatten spendenden Bäume zu erwarten.

Im Magistrat betont man, dass die Initiative für die Arbeiten von FKK-Stammgästen selbst ausging. Mehr als 250 hatten im September eine Unterschriftenliste unterzeichnet und sich für einen Baumschnitt und eine Reduktion der wuchernden Sträucher stark gemacht. Bereits vor 18 Uhr beschatte der dichte Bewuchs das gesamte Areal, so der Tenor der Unterzeichner. Die konkrete Vorgehensweise sei vor Ort gemeinsam mit Vertretern der Initiative beschlossen worden, betont Stadtgärtner Robert Wotapek.

„Für mich ist die Saison durch den Kahlschlag gelaufen.“

FKK-Stammgäste entgegnen, dass sie eigentlich nur eine Kürzung der Baumwipfel gewollt hätten, nicht das Fällen. Dem hält Wotapek entgegen, dass ein Kürzen der Wipfel wenig sinnvoll sei: „Dadurch werden Bäume noch buschiger, der Schatten wird noch mehr.“ Der Sichtschutz werde wieder voll intakt sein, sobald die Bäume und Sträucher austreiben, zeigt Wotapek bei einem Lokalaugenschein mit der NÖN. Auch die kahlen Stellen auf den Liegewiesen würden dann wieder in sattem Grün erstrahlen. Für die NÖN-Anruferin kein Trost: „Für mich ist die Saison durch den Kahlschlag gelaufen.“