Erstellt am 01. Juli 2016, 08:47

von Mario Kern und Beate Steiner

Der „Brexit“ bewegt 37 Briten in St. Pölten. St. Pöltner mit britischen Wurzeln sprechen über ihre Sicht des EU-Ausstiegs und die möglichen Konsequenzen für die Insel.

 |  APA (dpa)

Einen enttäuschenden Tag nennt Pädagoge Leon Heidinger den vorigen Freitag: Da wurde verlautbart, dass die Mehrheit des United Kingdom für den „Brexit“, also den Austritt aus der EU, ist. Die Gründe für dieses Ergebnis sind für Heidinger vielschichtig: „Viele fühlen sich nicht mit der EU verbunden. Außerdem sind die ‚Austerity Cuts‘, die das Staatsdefizit senken sollen, für viele Briten spürbar.“ Wenn Dinge nicht rund laufen, greife man zu seinen Wurzeln zurück und hoffe auf eine gewisse Sicherheit, glaubt Heidinger. Der gebürtige Schotte ist einer der 37 St. Pöltner, die aus Großbritannien stammen.

„Ich muss diese Entscheidung akzeptieren"

Derselben Meinung ist auch Neil Harkess, Studiengangsleiter für Interior Architektur & 3D Gestaltung an der New Design University. Er wohnt seit 1996 im Bezirk und ist überzeugt, dass die 1,3 Millionen Briten, die derzeit in der EU leben, um ihre Meinung gefragt hätten werden sollen. „Ich muss diese Entscheidung akzeptieren, obwohl ich nicht weiß, was das für mich und meine Familie bedeutet.“ Die EU und das Vereinigte Königreich sollten nun rasch den Exit „durchziehen, dass wir Europäer so schnell wie möglich weitermachen können“.

Den „Brexit“-Morgen live in England erlebt hat die St. Pöltnerin Helene Steiner, die in Cambridge bei einem internationalen Unternehmen tätig ist: „Meine Kollegen und Freunde waren schockiert vom Ergebnis. Sie sind vor allem besorgt wegen der sozialen und kulturellen Aspekte eines EU-Austritts.“