Erstellt am 02. März 2016, 05:44

von Mario Kern

Rechter Schatten - wilde Vergangenheit. Umstrittene Band Frei.Wild tritt im VAZ auf.VAZ-Manager, Veranstalter und DÖW-Mitarbeiter sehen kein Problem.

 |  NOEN, wikimedia
Ihr einziger Auftritt in Österreich in diesem Jahr führt die Rock-Band Frei.Wild ins VAZ St. Pölten. Dort treten die vier Südtiroler am 18. März um 20 Uhr im Zuge ihrer „Opposition XtremeTour“ auf.

Aufgrund der Vergangenheit von Sänger Philipp Burger als Frontmann der Rechtsrock-Band Kaiserjäger stand die Gruppe in den letzten Jahren immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik. 2013 wurde ein Frei.Wild-Konzert in Wels abgesagt. Die Band wurde im selben Jahr trotz Echo-Nominierung von der Verleihung ausgeladen. Ein Jahr später wurde sie eingeladen, die Musiker lehnten aber ab.

3.000 Fans werden erwartet

Für VAZ-Manager René Voak ist der Auftritt – in St. Pölten werden 3.000 Fans erwartet – „unbedenklich“: „Ich habe mich informiert. Die Band ist bereits sechs Mal im Gasometer aufgetreten und wurde vom Berliner Jugendforscher Klaus Farin als ‚konservative Antifaschisten‘ bezeichnet.“ Maßgeblich sei auch die eindeutige Distanzierung im Vorjahr, im Zuge derer Frei.Wild sich eindeutig gegen Rassismus und Fremdenhass ausgesprochen haben. Das bekräftigt auch Veranstalter Chris Fersterer. „Die Band hat sogar Auflagen verankert, dass zum Konzert niemand mit rechter Symbolik oder T-Shirts rechter Bands zugelassen werden soll.“

Entwarnung gibt auch Andreas Peham vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW). „Die Vergangenheit des Sängers war bedenklich, aber mittlerweile würde ich der Band aufgrund ihrer Positionierung gegen rechts sogar eine Vorbildwirkung für ihre jungen Fans aussprechen.“