Update am 06. Februar 2018, 09:14

von Mario Kern

Bezirksparteien im Mandatsstreit. Polit-Frust und Freude nach der Landtagswahl. Bezirks-VP kämpft für drittes Mandat. FP-Kandidaten ärgert Vergabe.

Absolute Stimmkaiserin im Wahlkreis: Doris Schmidl (VP).  |  NOEN

Die Anzahl der Vorzugsstimmen zauberte manchen Kandidaten im Wahlkreis ein strahlendes Lächeln ins Gesicht, bei anderen sorgte das Ergebnis allerdings für trübe Mienen und Unmut.

Ist mit der Mandatsvergabe unzufrieden: Klaus Otzelberger (FP)  |  NOEN, privat

Eine Überraschung war das Ranking der VP -Kandidaten: Entgegen der Erwartungen rangiert nicht wie gewohnt Martin Michalitsch an erster Stelle: Kollegin Doris Schmidl hat ihn um 626 Vorzugsstimmen übertroffen. „Das ist eine große Ehre, dass mir so viele Menschen ihr Vertrauen aussprechen“, jubelt Schmidl. Konkurrenz habe sie ebenso wenig wie Wahlkreis-Spitzenkandidat Martin Michalitsch verspürt: „Wir sprechen unterschiedliche Wählerkreise an und letztendlich geht es um das gute Ergebnis für die Landeshauptfrau“, so Michalitsch.

„Dass ich in Anbetracht des vorliegenden Wahlergebnisses über die Mandatsvergabe entäuscht bin, ist wohl nachvollziehbar.“ Klaus Otzelberger, FP

Michalitsch wünscht sich als Bezirksparteiobmann ein drittes Mandat für den Wahlkreis. „Nachdem wir das um 342 Stimmen knapp verpasst haben, hoffe ich, dass der größte Bezirk Niederösterreichs mehr berücksichtigt wird.“ Dass der Drittplatzierte Markus Krempl-Spörk mit seinen 2.163 Vorzugsstimmen sich das verdiene, liege auf der Hand: „Angesichts der Entwicklung der Landeshauptstadt, der Bewerbung als Kulturhauptstadt und des guten Ergebnisses ist der Einzug als St. Pöltner Kandidat in den Landtag begründbar.“ Die Bezirkspartei habe den Wunsch jedenfalls „mit Nachdruck beim Landesparteivorstand deponiert“.

Ein lachendes und ein weinendes Gesicht gibt es bei den Kandidaten der SP

 Während die St. Pöltnerin Kathrin Schindele ihren ersten Listenplatz mit 862 Vorzugsstimmen untermauert, stellt der Listenzweite, Traismauers Bürgermeiser Herbert Pfeffer, die Mandatsverteilung in Frage – auch wegen der Stimm-Zuwächse im Wahlkreis und des 2017 größer gewordenen Bezirks.

Enttäuschung gibt es bei der FP

Der an fünfter Stelle gereihte St. Pöltner Kandidat Klaus Otzelberger bekam noch vor Erich Königsberger und Thomas Rupp mit 773 die meisten Vorzugsstimmen im Wahlkreis – in ganz Niederösterreich rangiert er FP-intern an vierter Stelle. „Dass ich in Anbetracht des vorliegenden Wahlergebnisses über die Mandatsvergabe entäuscht bin, ist wohl nachvollziehbar“, so Otzelberger.

Ähnlich geht es Franz Peter Nussbaumer aus Perschling: Er war an 13. Stelle gereiht und hat mit 128 Vorzugsstimmen das viertbeste FP-Ergebnis im Wahlkreis eingefahren. „Die Freude ist groß, das Ganze sollte den Bezirksgranden zu denken geben.“ An der Mandatsvergabe für Erich Königsberger und Vesna Schuster über die Landesliste ändert der Unmut der beiden aber nichts.

Die 355 Vorzugsstimmen von Grünen -Spitzenkandidat Michael Pinnow ändern nichts daran, dass er an neunter Stelle bleibt und damit nicht in den Landtag einziehen wird.

Für NEOS erhielt Celina Kerschbaumer 322 Vorzugsstimmen, Christian Watzl 87. Auch sie bekommen kein Mandat.