Erstellt am 22. Juni 2016, 05:05

von Mario Kern

Registrierkassa: "Bons sind Belastung". Gutding-Chefin Elvira Bachinger wünscht sich, dass Belegpflicht aus ökologischen Gründen überdacht wird.

Elvira Bachinger mit Belegen der letzten Tage. "Alle seit Jänner ausgedruckten Bons ergäben aneinandergereiht einen Kilometer."  |  NOEN, Kern

Einen Karton gefüllt mit Kassen-Belegen, die Kunden innerhalb von zwei Wochen im Gutding in der Schreinergasse gelassen haben, hat Unternehmerin Elvira Bachinger an den Finanzminister geschickt – verbunden mit der Bitte, sich um eine zufriedenstellende Lösung für die Umwelt zu bemühen.

„Uns geht es nicht um die Registrierkassenpflicht, sondern um die Belegerteilungspflicht“, erklärt die Gutding-Chefin. „In einer Zeit, in der wir unser Verhalten dahingehend ändern müssen, weniger Ressourcen zu verbrauchen und weniger Müll zu produzieren, ist eine gesetzliche Regelung mit diesen Auswirkungen unverständlich.“

Dabei geht es Bachinger auch um das Thermopapier der Bondruckgeräte, das meistens die als gesundheitlich bedenklich eingestufte Verbindung Bisphenol A enthält. „Wir haben zwar mittlerweile phenolfreies Papier gefunden, aber auch das ist nicht optimal. Auf anderes Papier umstellen können wir nicht sinnvoll, weil die gängigen Drucker-Hersteller nicht den Druckbereich für das schmälere Normal-Papier adaptieren.“

Minister verschließt sich Diskussion nicht

„Ich verschließe mich keiner Diskussion, die zu Verbesserungen im Sinne der Umwelt führt“, will sich Finanzminister Hans Jörg Schelling die Anregung von Elvira Bachinger zu Herzen nehmen, wie er auf NÖN-Anfrage betont. Er gibt jedoch zu bedenken, dass die Diskussion um die Umweltschädlichkeit mancher Papiersorten eine sehr vielschichtige sei, die mit verschiedenen Ansätzen und Ergebnissen geführt werde. Auf die Art des Papiers könne „das Ministerium leider keinen Einfluss nehmen“. Generell sei die Registrierkassenpflicht eine Maßnahme, die Unternehmer schützen soll, betont Schelling.