Erstellt am 20. Januar 2016, 14:08

von Mario Kern

Reise durch Krisenregion. Sozialarbeiter Jörg Eigenbauer bereiste zwei Monate lang Türkei, Iran und Oman. Nach "wertvollen Erkenntnissen" widmet er sich nun wieder St. Pöltner Projekten.

 |  NOEN, zVg

Bei seiner Reise in den Nahen Osten war Jörg Eigenbauer so etwas wie ein „Geisterfahrer“: „Ich bin entgegen der Flüchtlingsströme gereist.“ Flüchtlingsmassen ist der 37-jährige Sozialarbeiter zwar nicht begegnet, allerdings hat der St. Pöltner „wertvolle und bereichernde“ Erkenntnisse gewonnen.

„Ich wollte die politische Realität außerhalb von Europa und andere Kulturen kennenlernen“, erzählt Jörg Eigenbauer im NÖN-Gespräch. „Und auch ein bisschen innere Klausur halten.“ Ende Oktober war Eigenbauer – engagiert bei den St. Pöltner Projekten Grund, Sonnenpark und Stattgarten – in die Türkei aufgebrochen, reiste nach drei Wochen in den Iran weiter und verbrachte eine Woche im Oman.

Abenteuerlicher Aufenthalt in der Türkei

Sein Aufenthalt in der Türkei verlief horizonterweiternd und teilweise abenteuerlich: Beim ersten Rundgang in der Kurdenmetropole Diyarbakr hat er jene Schießerei inklusive Massenpanik mitbekommen, die dort die kriegsähnliche Situation zwischen Türken und Kurden verschärft hat. Trotz türkischer Panzer hatte „ich keine Angst, bin aber nach drei Tagen dem Rat gefolgt, lieber die Stadt zu verlassen“.

Hoffnung zeichnete sich für Eigenbauer in Iran ab: „Iran ist ein Lichtblick im Nahen Osten. Die Gesellschaft wird trotz aller Widersprüchlichkeiten zuletzt offener.“

Ursprünglich wollte der St. Pöltner nach seinem Aufenthalt im Nahen Osten nach Afrika weiter, um dort mehrere Monate zu leben. Für diese Reise hatte Eigenbauer sogar Beruf und Wohnung aufgegeben.

Im Zuge seiner zweimonatigen Studienreise, die er nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln absolvierte, wurde aber für den 37-Jährigen klar: „Afrika muss warten. Wichtiger ist mir zurzeit, mich wieder in St. Pölten zu engagieren.“

Bezüglich Sonnenpark etwa will Jörg Eigenbauer demnächst gemeinsame Gespräche für dessen Erhalt unterstützen.