Erstellt am 21. April 2016, 11:04

von Beate Steiner

Riesel als Rohstoff. Die Recycling-Baustoffverordnung sorgt für Aufregung in Niederösterreich. Landeshauptstadt reinigt Winterkiesel seit 2008.

Die Kehrmaschinen des Bauhofs sammeln das Streumaterial und bringen den Riesel zur Aufbereitungsanlage.Josef Vorlaufer  |  NOEN

Seit Anfang des Jahres darf das Streumaterial, das im Winter für griffige Straßen sorgt, nur mehr wiederverwertet werden, wenn es vorher von „Littering“-Anteilen, also sonstigem Müll, gereinigt wurde. Wegen der Kosten gibt es Aufregung im ganzen Land.

St. Pölten "mit gutem Beispiel voran"

Die Landeshauptstadt geht allerdings mit gutem Beispiel voran und betreibt seit 2008 eine Riesel-Aufbereitungsanlage. „Diese entfernt die organischen Verunreinigungen und Feinteile und entsorgt sie ordnungsgemäß“, erklärt Anita Kraftl von der städtischen Abfallwirtschaft. Gereinigter Kehrricht wird dann als Sekundärrohstoff wiederverwertet, zum Beispiel bei der Verlegung von Rohrleitungen oder zum Ausbessern von Feldwegen.

Dass in St. Pölten das Entfernen des Streusplitts nach dem Winter bestens funktioniert, lobt auch VP-Gemeinderätin
Ulli Nesslinger. Sie hatte bei Wirtschaftshof-Leiter Erwin Sulzer angerufen, weil der Riesel am Traisenstrand die Radfahrer und Fußgänger störe, so Nesslinger: „Am nächsten Tag war die Traisenpromenade gereinigt.“