Erstellt am 01. März 2016, 04:44

von Daniel Lohninger

Rotes Kreuz baut 2017 in St. Pölten neu. Gemeinderat beschloss 700.000-Euro-Förderung für Errichtung der Bezirksstelle. Ein passendes Grundstück soll noch im Frühjahr gefunden werden.

Matthias Stadler, Werner Schlögl und Sebastian Frank stellten die Neubau-Pläne vor.  |  NOEN

Mit 708.400 Euro wird die Stadt die Errichtung der neuen Bezirkszentrale des Roten Kreuzes sponsern. Das beschloss der Gemeinderat am Montagabend in seiner Sitzung. Damit ist ein wesentlicher Schritt für die Finanzierung des Neubaus getan – auch wenn die Beschlüsse von 16 der 19 weiteren Gemeinden des Bezirksstellen-Einzugsgebietes noch fehlen. „Wir wollen als größte beteiligte Stadt mit leuchtendem Beispiel vorangehen“, begründet Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) die rasche Genehmigung der Subvention.

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„Der Beschluss St. Pöltens hat Signalwirkung und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Umsetzung unserer Pläne“, freut sich Rot-Kreuz-Bezirksstellenleiter Werner Schlögl. Insgesamt rechnet das Rote Kreuz mit einem Investitionsvolumen von sieben Millionen Euro, das von den Gemeinden, dem Land und dem Roten Kreuz getragen werden muss. Notwendig ist der Neubau, weil die Bezirksstelle in der Ludwig-Stöhr-Straße aus allen Nähten platzt und auch von den baulichen Voraussetzungen nicht mehr den Erfordernissen entspricht.

In der engeren Auswahl als Standort für die neue Bezirkszentrale sind mehrere Liegenschaften – wesentliche Kriterien sind Zentrumsnähe sowie öffentliche Erreichbarkeit. „Das ist für unsere Zivildiener entscheidend“, betont Bezirksstellen-Geschäftsführer Sebastian Frank.

Statt RK-Haus könnte Wohnhaus entstehen

Ziel des Roten Kreuzes ist es, bis Ende April die Förderzusagen aus allen Gemeinden zu haben. Nach dem Grundstücks-Kauf soll Anfang 2017 mit den Bauarbeiten begonnen werden, die Fertigstellung ist Ende 2018 geplant.

Zugleich mit der Förderzusage verzichtete die Stadt auf das Vorkaufsrecht für die bestehende Bezirkszentrale. Damit kann das Rote Kreuz die Liegenschaft verkaufen. Interessenten gebe es bereits, versichert Schlögl auf Nachfrage – vor allem Wohnbauträger. „Unser oberstes Prinzip ist der sorgsame Umgang mit den Spendengeldern. Wir hoffen deshalb, dass der Erlös aus dem Verkauf möglichst hoch ausfällt.“

Während die Weichen für die Bezirksstelle also auf Neubau gestellt sind, ruhen derzeit die Bestrebungen, die Landeszentrale von Tulln nach St. Pölten zu übersiedeln. Schlögl: „Diese Pläne wurden vorerst einmal zurückgestellt.“

Die Rot-Kreuz-Bezirksstelle St. Pölten

Einsätze pro Jahr (2015):

  • 50.000 Einsätze und Krankentransporte mit 29 Fahrzeugen

  • Die Bezirksstelle besteht aus der Bezirksstellenverwaltung, der St. Pöltner Rettungskolonne und dem St. Pöltner Notarztwagen.

  • Dazu gibt es die Ortsstellen Böheimkirchen, Hofstetten-Grünau, Karlstetten-Neidling, Kirchberg/Pielach, Ober-Grafendorf, Prinzersdorf und Pyhra.

  • Freiwillige Helfer: 851

  • Hauptamtliche Mitarbeiter: 40, davon 18 im Rettungsdienst