Erstellt am 28. Februar 2016, 21:48

von Jutta Streimelweger

Schaltjahr 2016: "Ich werde heuer zehn". In Wirklichkeit 20 Jahre alt, nach dem Kalender nur fünf: Im NÖN-Gespräch reden "Schaltjahr-Geborene" über ihre Erfahrungen mit dem 29. Februar als Geburtsdatum.

Ihren "zehnten" Geburtstag kann Manuela Grundböck heuer feiern.  |  NOEN, zVg

Nur alle vier Jahre am richtigen Geburtstag feiern können? Das ist Realität für all jene, die am 29. Februar geboren sind. Weil dieses ungewöhnliche Datum durchaus vor Herausforderungen stellt, haben die „Schaltjahr-Geborenen“ ihre Strategien entwickelt, wie sie im NÖN-Gespräch verraten.

„Im Schaltjahr wird immer voll groß gefeiert“

„Ich feiere einfach dann schon am 28. Februar“, erklärt Manuela Grundböck, sie fühle sich mit dem Februar als Geburtsmonat verbunden. Anders sieht das bei Herbert Pigisch aus: „Ich feiere am ersten März. Ich sage immer, dass mein Geburtstag am Tag nach dem 28. Februar ist.“

Eines haben aber alle, die nur alle vier Jahre wirklich Geburtstag haben, gemeinsam: Es wird größer gefeiert. „Meine Mutter hat immer alle Geburtstage schön gemacht, aber im Schaltjahr wird immer voll groß gefeiert“, so Christina Sindl, die heuer ihren 20er feiert: „Ich habe Einladungen mit dem Schriftzug ‚Ich werde heuer fünf‘ verschickt.“

Gleich zwei Runde feiert Manuela Grundböck: „Ich werde 40. Also ist das quasi mein zehnter Geburtstag.“ Früher habe sie im Schaltjahr immer eine Stocktorte bekommen: „Alle vier Jahre einen Stock höher.“ Für sie war der 29. Februar nie ein Problem: „Es würde mir nichts ausmachen, wenn mein Kind auch am 29. zur Welt kommt“, so die hochschwangere St. Pöltnerin.

„Ich werde einfach langsam älter"

Auch Engelbert Stolzederer aus Perersdorf bei Pyhra sieht das besondere Datum gelassen: „Ich werde einfach langsamer älter“, schmunzelt der bald 64-Jährige. Für Herbert Pigisch ist das Geburtstagsdatum etwas ganz Besonderes: „Da wird man darauf angesprochen.“

Der 29. Februar hat aber auch seine Tücken. Walter Kaiser flog von England in die USA: „Die Dame am Schalter hat mein Geburtsdatum nicht akzeptiert und den 28. Februar eingetragen – sie kannte Schaltjahre nicht.“ In den USA gab‘s zum Glück keine Probleme. Stolzlederer wollte seinen Führerschein verlängern: „Doch der Computer war damit überfordert.“ Den Schein bekam er trotzdem noch. Und Sindl merkt an, dass ihr Geburtstag oft vergessen wird: „Weil er einfach nicht am Kalender steht.“

Warum gibt es ein Schaltjahr?

Grund: Für eine Sonnenumrundung benötigt die Erde 365,256 Tage –  jedes Jahr kommen kommen ein paar Stunden dazu. Mit einem zusätzlichen Tag alle vier Jahre wird dieser Überschuss wieder kompensiert.

Regeln: Alle durch vier teilbaren Jahre sind Schaltjahre. Jahre, die ein Jahrhundert abschließen, sind keine Schaltjahre – es sei denn, sie sind durch 400 teilbar.