Erstellt am 14. Oktober 2016, 19:43

von Nadja Straubinger

Kälte bedroht Baby-Igel. Nachttemperaturen unter zehn Grad lassen Käfer und andere Nahrung für Igel verschwinden. 60 Prozent sterben im ersten Jahr, weil sie keine Fettreserven aufbauen konnten.

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Die Temperaturen in der Landeshauptstadt sind schnell gesunken – eine große Gefahr für junge Igel, die noch nicht genug Fettreserven aufgebaut haben, um durch den Winter zu kommen. „Bis zu 60 Prozent aller Igel überleben das erste Jahr nicht“, weiß der St. Pöltner Igelexperte Adolf Schrittwieser. Sie finden zu wenig Futter, das sie für Wachstum und Fettreserven brauchen, bleiben daher zu klein, und sie haben auch kein trockenes Nest.

Junge Igel sind ab etwa einem Alter von eineinhalb Monaten auf sich allein gestellt. Das ist in der Regel ab Anfang Oktober. Die Paarung erfolgt im Sommer, nach einer Tragezeit von sechs Wochen bleiben die Kleinen weitere sechs Wochen bei ihrer Mutter. „Dann verstößt die Igelin die Kleinen“, so Schrittwieser, der vor 16 Jahren auf den Igel gekommen ist. Er hat sich im Laufe der Jahre immer mehr Wissen aus Büchern und Publikationen über Igel angeeignet.

Adolf Schrittwieser weiß, dass Igel Fettreserven nur aufbauen können, wenn zehn Grad in der Nacht nicht unterschritten werden. „In kühleren Nächten finden sie nur wenige Würmer und Käfer, die ihre Hauptnahrung darstellen“, so Schrittwieser: „Wenn man jetzt einen Igel auf der Straße findet, der ungefähr eine Handvoll ist, muss er drinnen überwintern.“

Kleine Igel brauchen Wärme

Wer ein Igelchen bei sich aufnimmt sollte darauf achten, dass dem kleinen Stacheltier warm ist, bevor es zu fressen bekommt. „Wichtig ist, dass der Bauch der kleinen Igel gewärmt wird, bevor man Futter anbietet.“ Igel haben eine Körpertemperatur von rund 36 Grad. Ein Thermophor hilft den Jungtieren beim Erwärmen. Zur Fütterung eignet sich am besten Katzentrockenfutter.

„Ich untersuche die Kleinen auch immer auf Zecken und Flöhe und lasse eine Kotuntersuchung machen“, so der Igelexperte. Als Überwinterungsunterkunft eignen sich Schachteln oder Igelhäuschen mit Handtüchern ausgelegt. Im Frühling werden die Tiere ausgewildert. Schrittwieser hatte schon bis zu zehn Igel im Keller zum Überwintern. Igel „Mecki“ blieb sogar drei Jahre bei ihm im Garten.