Erstellt am 01. Juni 2016, 05:05

von Beate Steiner

Specht zeigt Borkenkäfer an. Stadtgärtnerei hat die gefräßigen Insekten in den heimischen Baumbeständen unter Kontrolle. Obwohl: "Wald ohne Borkenkäfer gibt es nicht", sagen die Experten.

So schaut vom Borkenkäfer befallenes Holz aus.  |  NOEN, shutterstock/frantic

Vor den gefräßigen und fortpflanzungsfreudigen Insekten ist keine Fichte sicher: „Wald ohne Borkenkäfer gibt es nicht“, bestätigt Stadtgärtner Robert Wotapek.

Natürlich finden sich die 6 bis 8 mm großen Rüsselkäfer auch im reichen Baumbestand der Landeshauptstadt, bohren sich durch die Rinde, lagern dort Eier ab. Larven und Käfer fressen das darunter liegende und für den Baum lebensnotwendige Bastgewebe, der Baum stirbt ab.

Robert Wotapek und seine Mitarbeiter sind aber erfolgreich dahinter, dass die St. Pöltner Wälder gesund bleiben: „Wir betreiben Waldpflege, schneiden jedes befallene Gehölz sofort heraus, entfernen auch das Astwerk. Das ist besonders wichtig“, betont der Stadtgärtner.

"Wo der Specht kloft, haust der Borkenkäfer"

Wie aber erkennt man, wo Buchdrucker und Kupferstecher, die beiden bekanntesten Borkenkäfer, sich eingenistet haben? „Wo der Specht klopft, haust der Borkenkäfer“, weiß Robert Wotapek, und: „Stehdürre Bäume sind meist befallen.“

Wer also eine nadelnde, braune Fichte entdeckt, sollte das der Stadtgärtnerei melden, die sofort aktiv wird. Das geschnittene Holz wird dann übrigens als Faser- und Brennholz verkauft, eine Verwendung als Möbelholz ist nicht mehr möglich.

In der Stadt sind glücklicherweise viel weniger Bäume befallen als in ländlichen Regionen, wo der Schädling wegen des heißen Sommers 2015 wütet. Dort sucht sich der flugfähige Käfer als Landeplatz am liebsten von Trockenheit gestresste Bäume aus.

Das sind so viele, dass das BFW, das Bundesforschungszentrum für Wald, dem Schädling sogar eine eigene Homepage mit Tipps zur Bekämpfung widmet: www.borkenkaefer.at .