Erstellt am 04. Februar 2016, 12:23

von Beate Steiner und Daniel Lohninger

Spitals-Rohbau ist fertig. Täglich bis zu 350 Arbeiter werken seit der Vorwoche am Innenausbau des neuen Hauses C.

Das Haus C in einer aktuellen Luftaufnahme . Seit der Vorwoche sind auf der Baustelle täglich bis zu 350 Arbeiter tätig, um den Innenausbau bis Ende 2017 fertigzustellen.  |  NOEN, Universitätsklinikum St. Pölten

Der Rohbau des Hauses C des Universitätsklinikums steht – mit dem Innenausbau der 70.000 Quadratmeter wurde bereits begonnen. Bis zu 350 Mitarbeiter aus allen Gewerken arbeiten seit der Gleichenfeier in der Vorwoche daran, dass das größte Spitalsprojekt Niederösterreichs bis Ende 2017 fertig wird.

„75 Prozent der beschäftigten Firmen kommen aus Niederösterreich“, betonte Landesrat Karl Wilfing bei der Gleichenfeier. 205 Millionen Euro werden in den 27 Meter hohen Bau investiert. Der wird ab der Inbetriebnahme Anfang 2018 alle Stückerln spielen – exklusive Einblicke gab es für die NÖN bei einer Baustellenführung.

„Wir haben bei der Planung größtes Augenmerk auf die funktionelle Ausrichtung gelegt“, betont Bernhard Kadlec, Kaufmännischer Direktor des Universitätsklinikums. In mehr als 300 Sitzungen wurde darüber gebrütet, wie die Wege möglichst kurz gehalten und die Räume möglichst effizient an die Arbeitsabläufe angepasst werden können.

Das Ergebnis zeigt sich beispielsweise bei der Planung des Notfallzentrums. Patienten, die mit dem Notarztwagen kommen, müssen künftig nur mehr wenige Meter transportiert werden, bis sie in einem der Schockräume versorgt werden können. „Bis zu vier lebensbedrohte Personen können hier zugleich betreut werden“, erklärt Kadlec. Acht OP-Säle zwei Etagen darüber sind direkt mit dem Lift angebunden – in einem der OP-Säle gibt es sogar die Möglichkeit, bereits während der Operation ein MRT zu machen. Notfall-Patienten, die mit dem Hubschrauber kommen, werden mit dem Lift direkt in den OP-Bereich transportiert. „Das spart wertvolle Sekunden“, erklärt Kadlec.

x  |  NOEN, Daniel Lohninger

Auf der gleichen Ebene wie die OP-Säle sind auch die Aufwachstation sowie 36 Intensivbetten zu finden – die Intensiv-Ebene im Haus C wird direkt mit dem Haupthaus und den hier bestehenden OP-Sälen sowie Intensivbetten verbunden.

Das Aufnahmezentrum bringt Ruhe in Stationen 

Mehr Ruhe auf allen Stationen – auch im Altbestand des Universitätsklinikums – wird das neue interdisziplinäre Aufnahmezentrum im Erdgeschoß bringen. Ist eine Aufnahme am Abend notwendig, bleiben die Patienten im Bereich der Notaufnahme. Dort bekommen sie ein Bett für die Nacht. Am nächsten Tag, wenn die Diagnose klar ist, erfolgt dann die Überstellung auf die entsprechende Station. „Das erspart Patienten die mehrfache Verlegung und bringt abends mehr Ruhe in alle Spitalsstationen“, führt Kadlec aus.

Auf den Ebenen 3 bis 5 sind 262 Betten für die Unfall-Abteilung, die Chirurgie, die Herzchirurgie und die Neurochirurgie vorgesehen.

Neue Wege beschreitet die Klinikleitung aber nicht nur im, sondern auch auf dem Gebäude. Im Rahmen eines BOKU-Projektes werden die Dachflächen mit einem speziellen Pflanzen-Mix begrünt. Dadurch soll mehr Wasser verdunsten als versickern, was einerseits im unmittelbaren Bereich ein besseres Mikroklima bringen und andererseits die Abwassermenge
reduzieren soll.


DAS BAUPROJEKT: HAUS C

 

  • Untergeschoß 1/2: Tiefgarage mit 250 Pkw-Stellplätzen, Radkeller, Anlieferzonen.

  • Ebenen 0/1: Unfall- und Notfallversorgung, zentraler Ambulanzbereich, Institute für Physikalische Medizin, Radiologie, Labormedizin sowie Mikrobiologie und Krankenhaushygiene.

  • Ebene 2: zentrale OP-Gruppe mit acht OP-Sälen, Aufwachstation und 36 Intensivbetten

  • Ebenen 3-5: 262 Betten

  • Ebene 6: Technikzentrale

  • Ebene 7: Hubschrauberplattform

 

HAUS A, D UND G

  • Haus A: 2017 wird mit Sanierung und Anbindung des Hauses A an Haus C begonnen.

  • Haus D: Das Haus D wird vor allem die Institute für Klinische Pathologie sowie Medizinische Radiologie beinhalten.

  • Haus G: Die Gesundheitsstraße wird den Haupteingang des Universitätsklinikums bilden, Haus B mit Haus C verbinden und Café, Kiosk und Shops enthalten.
Projektabschluss: 2020/21