Erstellt am 17. September 2015, 12:57

von Mario Kern

1.900 Musikschüler sind neuer Rekord. Niederösterreichs größte Musikschule vergrößert Angebot, steigert Schülerzahlen und kooperiert mit der Militärmusik.

Derzeit arbeitet Alfred Kellner noch am Feinschliff der dicht gestrickten Zeitpläne für 1.900 Schüler. „Das ist natürlich herausfordernd, macht aber ungeheuren Spaß.“ Kern  |  NOEN, Kern

In der größten Musikschule des Landes sind mit Schulbeginn knapp 1.900 Schüler angemeldet – um ganze 100 Schüler mehr als im Vorjahr. Das freut besonders Alfred Kellner, der im Oktober sein einjähriges Jubiläum als Musikschul-Direktor begeht.

Eine der besonderen Neuigkeiten: Die Militärmusik und die Musikschule gehen eine Kooperation ein. Während Musikschüler von gemeinsamen Proben profitieren, gehen die Militärmusiker hier zur Schule. Sie können dank einer neuen Vereinbarung Prüfungen ablegen, die bisher nur über den Blasmusikverband absolviert werden konnten. NÖ Militärkapellmeister Adolf Obendrauf wird zudem ab Herbst an der Musikschule Trompete unterrichten.

Im neuen Schuljahr werden die Musikschüler von 60 Musikpädagogen in 45 Räumen unterrichtet – 21 Räume finden sich im Haupthaus in der Voith-Villa, 16 im alten Forumkino in der Kranzbichlerstraße, die anderen Unterrichtsmöglichkeiten sind im Kulturhaus Wagram sowie in zehn Pflichtschulen, verteilt über das ganze Stadtgebiet.

Durch Verdichtung von Zeitplänen und die teilweise Umstellung auf kürzere Unterrichtseinheiten sei die Schülerzahl gestiegen und die Schule könnte sogar noch mehr Schüler aufnehmen, weiß Alfred Kellner. „Allerdings sind wir platzmäßig begrenzt. Da gibt es nicht viel Spielraum.“

Kellners Wunsch: eine Zentralisierung der Unterrichtsstandorte auf möglichst einen Standort. „Weil hier auch die Infrastruktur mit Instrumenten, Sound und Aufnahmemöglichkeiten ist.“ Konkrete Gespräche bezüglich einer örtlichen Erweiterung gebe es aber keine.

Das Programm wird in der Voith-Villa dichter, ist die Schule doch mit der Musicalakademie und der Schauspielakademie – ab Oktober wird den Bereich Luzia Nistler leiten – ein Standort der NÖ Kreativakademie. Am 17. September findet die Auftaktveranstaltung für die Musik- und Kunstschule statt.

Trotz alledem gebe es nur kurze Wartelisten. „Wir können innerhalb eines Jahres alle versorgen. Im Land gibt es viele Schulen, bei denen drei Jahre Wartezeit in den Trendfächern die Norm darstellen.“ Sein erstes Jahr als Musikschuldirektor in St. Pölten sei ein „sehr erfüllendes“ geworden, „bei dem ich viele Ideen gewonnen habe“.