Erstellt am 02. August 2016, 07:16

von Nadja Straubinger

Baby wollte nicht auf Spitalsfahrt warten. Nur fünf Minuten nach Eintreffen der Rettung kam die kleine Zühre in der Wohnung der Familie Nur auf die Welt.

Die ASBÖ-Sanitäter Elisabeth Bublik (mit Ayse), Patrick Gastegger und Franz Hofbauer unterstützten die jungeMutter Seher Nur bei der Geburt von Zühre. Papa Akif Nur ist stolz auf seine Mädchen.  |  NOEN, Nadja Straubinger

Es war ein seltener Moment: Weil in St. Pölten die Anfahrtswege ins Krankenhaus kurz sind, kommt es nicht oft dazu, dass Sanitäter zu Geburtshelfern werden. Die kleine Zühre Nur hatte es aber besonders eilig und wollte nicht auf den Transport ins Krankenhaus warten, berichtet Rettungssanitäterin Elisabeth Bublik.

Um 3.40 Uhr alarmierten die Pager beim Arbeiter-Samariterbund St. Pölten zum Einsatz wegen „Wehen“. Sofort fuhr das RTW-Team Franz Kleinbauer, Patrick Gastegger und Elisabeth Bublik aus. Schon fünf Minuten später trafen sie bei der werdenden Mutter Seher Nur ein.

Berührender Moment

„Ich habe gesehen, dass der Muttermund schon weit offen ist und, dass sich ein Transport ins Krankenhaus nicht mehr ausgeht“, erinnert sich Bublik. Gastegger reichte die Zeit nicht einmal, um das Geburtenset aus dem Auto zu holen. Als er zurück kam, hatte er seine erste Geburt als Helfer schon verpasst, das Baby war schon da. „Die Geburt war ein schöner Moment“, so Bublik.

Als das Baby seine ersten Schreie gemacht hat, habe auch die 16 Monate alte Schwester zu weinen begonnen. „Das hat mich sehr berührt“, sagt Bublik, die erstmals bei einer Geburt half.

Bereits Erfahrung sammeln konnte Hofbauer, der schon bei drei Babys unterstützt hat: „Ich bin seit den 1980er-Jahren im Rettungsdienst, das ist für mich natürlich. Aber es war ein sehr erhebender Einsatz.“