St. Pölten

Erstellt am 10. April 2018, 05:15

von Lisa Röhrer

Chat statt Mitteilungsheft. Einige Schulen setzen für Eltern-Informationen auf das Internet. Die Erfahrungen, die mit der neuen Möglichkeit der Kommunikation gemacht wurden, sind unterschiedlich.

Apps und Chatgruppen werden in der Kommunikation von Lehrern und Eltern immer häufiger. Ganz ausgedient hat das herkömmliche Mitteilungsheft in St. Pölten deshalb aber noch nicht.  |  Röhrer

„Für den nächsten Lehrausgang werden noch Betreuer gesucht und die Schularbeitstermine wurden fixiert“: Informationen, die normalerweise in das Mitteilungsheft geschrieben werden, gibt es in den Schulen der Landeshauptstadt immer öfter digital. Lehrer und Eltern setzen verstärkt auf Apps, Websites und WhatsApp-Gruppen. Die Erfahrungen damit sind unterschiedlich.

EduFlow als neues Mitteilungsheft

„Wir haben in diesem Semester mit der Verwendung von EduFlow begonnen“, erzählt etwa Ulrike Pfiel vom Mary-Ward- Gymnasium. Lehrer bilden auf der Website Gruppen mit den Eltern und können somit bequem Nachrichten versenden. „Wir sparen uns damit Papierkosten und vor allem wertvolle Unterrichtszeit“, zieht Pfiel nach den ersten Wochen eine positive Bilanz. Früher habe man durch administrative Tätigkeiten wie Unterschriften kontrollieren oder Zettel austeilen viel Zeit verloren, die man nun in das Vermitteln von Lehrinhalten investieren könne.

Dieselbe Internetplattform ist auch im Gymnasium in der Josefstraße im Einsatz. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht“, berichtet Direktorin Silvia Klimek. WhatsApp-Gruppen wurden oft ausgenutzt Auch der Nachrichtendienst WhatsApp wird zur Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern immer häufiger verwendet. In der Volksschule Radlberg etwa wurden Chat-Gruppen mit Lehrern und Eltern gegründet. Dort wurden Informationen ausgetauscht und Neuigkeiten geteilt – manchmal jedoch mehr als gewünscht.

WhatsApp-Gruppen werden oft ausgenutzt

„Wir haben das in den vergangenen Jahren gemacht, kommen von dem System aber wieder ab“, schildert Melanie Scholz, die die Volksschulen Radlberg und Viehofen leitet. Die Gruppen wurden oft auf nicht sachlicher Ebene genutzt, Bilder verschickt und emotionale Diskussionen geführt. „Wenn etwa jemand schreibt, dass das Kind krank ist und daraufhin 20 ‚Gute-Besserung’-Beiträge kommen, verfehlt das den Sinn der Gruppe“, lacht Scholz.

Die Direktorin verweist vor allem auch darauf, dass Lehrer kein Diensthandy haben und durch die Gruppen praktisch rund um die Uhr für Eltern erreichbar sind. „Einige haben das ausgenutzt“, meint die Schulleiterin. Bessere Erfahrungen mit Klassen-WhatsApp-Gruppen hat man in der Franz-Jonas-Volksschule gemacht.

„Einmal kam um 2 Uhr in der Früh eine Nachricht, dass ein Kind Durchfall hat und deshalb nicht in die Schule kommen kann.“ Ingrid Rehak, Dirketorin Franz-Jonas-Volksschule

„Bei uns entscheiden die Lehrer selber, wie sie das handhaben“, erzählt Direktorin Ingrid Rehak. Wenn Chat-Gruppen gemacht werden, werde gleichzeitig geklärt, dass diese nur im äußersten Notfall verwendet werden. „Einmal kam etwa um zwei in der Früh eine Nachricht, dass das Kind Durchfall hat und deshalb nicht in die Schule kommen kann. Das soll natürlich nicht sein“, stellt Rehak fest. In wichtigen Fällen wird dann aber doch immer noch zu Papier und Zettel gegriffen: „Ganz ersetzen können Apps ein Mitteilungsheft auf keinen Fall“, sind die Direktoren überzeugt.

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