Erstellt am 11. Juli 2017, 05:48

von Daniel Lohninger und Maria Knöpfl

Vertrag nicht verlängert: Lieferstopp für Römer-Müll. Nur mehr bis Dezember wird in Dürnrohr verfeuerter Abfall aus der italienischen Hauptstadt die Landeshauptstadt mit Strom und Wärme versorgen.

Bis Dezember wird in Dürnrohr aus römischem Müll Strom und Fernwärme auch für St. Pölten produziert.  |  NOEN, Maria Knöpfl

Für rund 170.000 Haushalte in und um St. Pölten liefert die Müllverbrennungsanlage Dürnrohr seit acht Jahren Strom und Wärme. Mehr als zehn Prozent des verfeuerten Hausmülls kommen aus Rom – seit Dezember einmal pro Woche mit dem Zug.

Ende des Jahres wird diese Episode der müllgeplagten italienischen Hauptstadt aber ein Ende haben, der Liefervertrag wurde nicht verlängert. Das bestätigt Stefano Bina, der Generaldirektor der römischen Entsorgungsfirma AMA, gegenüber der APA: „Der Müll sollte dort entsorgt werden, wo er produziert wird.“ 138 Euro zahlt die AMA derzeit je Tonne Haushaltsmüll, die in Dürnrohr abgeladen wird.

„Wir wissen noch nicht, ob wir im nächsten Jahr überhaupt freie Kapazitäten haben werden.“ Stefan Zach, EVN

EVN-Sprecher Stefan Zach ist über das Ende der römischen Müll-Lieferungen nicht unglücklich: „Wir wissen noch nicht, ob wir im nächsten Jahr überhaupt freie Kapazitäten haben werden.“ Denn Müll aus Niederösterreich habe immer Vorrang, betont Zach.

Größter Kunde der Verbrennungsanlage ist die NÖ BAWU, die aus niederösterreichischen Gemeinden mehr als 200.000 Tonnen Abfall pro Jahr liefert. Das ist fast die Hälfte des hier verbrannten Haus- und Sperrmülls. „Die BAWU ist unser wichtigster Partner, dessen Wünsche und Bedürfnisse wir zuerst erfüllen“, erklärt Zach.