St. Pölten

Erstellt am 19. Oktober 2016, 05:51

von Daniel Lohninger

Ehemalige Betreuerin übt Kritik an Stadt. Elisabeth Braunsteiner sieht mehrere Systemfehler in der Nachmittagsbetreuung. Stadt betont: „Alles gesetzeskonform.“

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Hoch gingen die Wogen nach dem vorwöchigen NÖN-Bericht über den Widerstand der Eltern gegen die Versetzung Alexander Kollmanns vom Hort Viehofen/Radlberg in die Daniel-Gran-Schule.

Zu Wort meldete sich mit Elisabeth Braunsteiner auch eine ehemalige Nachmittagsbetreuerin. Sie sieht die Causa Kollmann nicht als Einzelfall, sondern als Ausdruck eines Systemfehlers. Ihre Kritikpunkte: Mitarbeiter müssen 25 und mehr Stunden arbeiten, bekommen aber nur 20 Stunden bezahlt.

„So darf man Mitarbeiter nicht verheizen“

Zudem gelte das Gehaltsschema für alle unabhängig ihrer Qualifikation und konkreten Tätigkeit. Tageweise Vertretungen würden mitunter über keine pädagogische Ausbildung verfügen, Versetzungen und Nicht-Weiterbeschäftigungen willkürlich erfolgen. „So darf man Mitarbeiter nicht verheizen“, appelliert Braunsteiner an die Stadt.

„Diese Anschuldigungen stammen von einer Mitarbeiterin, die ihren Dienst freiwillig beendet hat“, relativiert Schulamtsleiter Andreas Schmidt. Interne dienstrechtliche Angelegenheiten könne man nicht in der Presse diskutieren. Fakt sei, dass die etwa 40 in der Nachmittagsbetreuung tätigen Mitarbeiter gesetzeskonform beschäftigt seien.

So würden im Rahmen eines Jahresarbeitszeitmodells allfällige Mehrleistungsstunden in den Ferien abgebaut. Sämtliche Mitarbeiter seien entsprechend ausgebildet, wobei Schmidt betont: „Die pädagogische Betreuung vor Ort ist durch die Lehrkräfte gewährleistet.“ Die von der Stadt beschäftigten Mitarbeiter seien für die Gestaltung des Freizeitteils zuständig. Zudem streicht Schmidt hervor, dass es seitens der Personalvertretung bislang keinerlei Beschwerden gegeben habe.