St. Pölten

Erstellt am 21. Oktober 2016, 04:20

von Beate Steiner

Forderungen: Radler zeigen Fallen auf. Radlobby wies mit Demo auf Problembereiche hin. Rad wird zu Ganzjahres-Fortbewegungsmittel.

Die Radlobby startete zur Elf-Kilometer-Fahrt durch die Landeshauptstadt und deckte Probleme für Radfahrer auf.  |  Bernhard Kalteis

„Radfahren ist das ganze Jahr Thema“, ist die Radlobby St. Pölten überzeugt und forderte bei einer Raddemo durch die Stadt, dass das Straßenbudget des Landes an den Radverkehrsanteil angepasst wird: „Für sieben Prozent Radfahrer sollen demnach sieben Prozent des Straßenverkehrsbudget verwendet werden“, meint Karl Zauner, stellvertretend für die Radlobby.

Die Demo führte über für Radfahrer prekäre Wege, etwa die Josefstraße und die Mariazeller Straße bis zur besonders gefährlichen Stattersdorfer Hauptstraße und ins Regierungsviertel: „Dieses ist sehr dürftig an den Traisentalradweg angebunden“, so Karl Zauner.

 „Verkehrsteilnehmer sollen anderen mit Rücksicht begegnen.“

Georg Gradnitzer, Radbeauftragter 

Im Übrigen zeige die Demo im Oktober, dass Radfahren ganzjährig ein Thema ist und sich immer mehr Personen auch bei niedrigen Temperaturen auf den Drahtesel schwingen. Generell werden nach einer Statistik des Verkehrsclub Österreich 11,0 Prozent aller Wege mit dem Rad erledigt – St. Pölten hat also einen Radfahranteil von 11,0 Prozent.

Bei der NÖN-Umfrage vergangene Woche gaben sogar 80 Prozent der Teilnehmer an, dass sie in die Arbeit radeln, drei Prozent nur dann, wenn es warm ist. 2,0 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gehen zu Fuß, 3,4 Prozent bevorzugen öffentliche Verkehrsmittel, genau so viele wie manchmal das Auto nutzen. 7,5 Prozent fahren immer mit dem Auto.

Anregungen der Rad fahrenden St. Pöltner

Die immer größer werdende Radler-Community entdeckt natürlich immer mehr Ecken in der Stadt, die ihren Bedürfnissen besser angepasst werden könnten. Die Radlobby fordert zum Beispiel schon längere Zeit einen Radweg gegen die Einbahn in der Wiener Straße. Das Gleiche wünschen sich passionierte Radler auch in der Schneckgasse.

„Die Möglichkeit wird geprüft“, versichert Gregor Gradnitzer, Radbeauftragter am Magistrat. Allerdings erst dann, wenn die Sanierung der Schneckgasse in den nächsten Jahren fertiggestellt ist. Und das fehlende Radfahren-gegen-die-Einbahn-Schild in der Hötzendorfstraße wird nachgereicht.

Irritiert reagieren Radler auch immer wieder, wenn sie vom Radweg auf der Traisenbrücke kommend den Kardinal-König-Platz queren und dann vorm Kreisverkehr am Neugebäudeplatz plötzlich mitten im Autoverkehr stehen und gemeinsam mit den Fußgängern über die Eybnerstraße aus dem Kreisverkehr geleitet werden.

Georg Gradnitzer bestätigt, dass sich dies im Planungs- und Diskussionsprozess mit den Experten des Landes als geeignetste Lösung herauskristalliisert hat und auch dem Stand der Technik entspricht. Wenn sich das Verkehrsaufkommen am Neugebäudeplatz oder seine Anlageform nicht ändern, wird sich auch für Radfahrer dort nichts ändern. Georg Gradnitzer: „Die Stadtplanung möchte darauf hinweisen, dass Verkehrsteilnehmer unabhängig vom gewählten Fortbewegungsmittel umsichtig agieren und den anderen Verkehrsteilnehmern mit Rücksicht begegnen sollen.“