Erstellt am 19. Juli 2017, 05:59

von Nadja Straubinger

Gebühren am See: Park-Chaos ist beseitigt. Neue Parkordnung sorgt für Entspannung am Viehofner See. Wirt sieht sie jetzt positiv.

Das Parkverbot in der Parallelstraße zur Dr.-Adolf-Schärf-Straße ermöglicht den Einsatzkräften ein leichteres Zufahren. Gansberger  |  NOEN, Das Parkverbot in der Parallelstraße zur Dr.-Adolf-Schärf-Straße ermöglicht den Einsatzkräften ein leichteres Zufahren.

Der Ärger war groß, als bekannt wurde, dass eine neue Parkordnung an den St. Pöltner Seen eingeführt wird. Eine Stunde parken kostet seit 1. Mai 50 Cent, der ganze Tag vier Euro. Grund für die Maßnahme war das alljährliche Parkchaos am Viehofner See.

Das sorgte im Vorjahr dafür, dass ein Notarztwagen nach einem tödlich verlaufenden Badeunfall nicht zufahren konnte. Mit der neuen Parkordnung soll dieses Sicherheitsrisiko, das vor allem an heißen Tagen bestand, beseitigt werden.

Sicherheitsrisiko wurde beseitigt

Das sei mit der neuen Parkordnung erreicht worden, ist man sich im Rathaus sicher. Und auch Erwin Nolz, der Wirt der Seedose, sieht das trotz anfänglicher Skepsis heute so. „Anfangs war ich dagegen. Die neue Parkordnung schafft aber Bewusstsein bei den Seenbesuchern.“ Heute laufe alles konfliktfreier ab – auch bei heißen Temperaturen, wo es früher zu diesen Auswüchsen beim Parken gekommen sei. Auswirkungen auf das Geschäft durch die Gebühren merkt Nolz zum Teil aber schon.

„Die Grundfrequenz am Morgen ist geringer. Früher sind oft Spaziergänger auf einen Kaffee gekommen, jetzt schätzen sie eher ab, ob es sich wirklich auszahlt, auch bei wechselhaftem Wetter“, sagt Nolz. Einziger Minuspunkt sei die Gehweglösung, die niemand richtig durchschaue, weil sie nur marginal beschildert sei.

„Anfänglich war ich Gegner dieser Aktion, aber es schafft Bewusstsein bei den Seenbesuchern.“ Erwin Nolz, Seedose

Anfangs sind Falschparker noch mit einer schriftlichen Verwarnung davon gekommen. Seit Anfang Juni werden laut Strafamt des Magistrats St. Pölten mittlerweile Organstrafverfügungen ausgestellt. „Aufgrund der laufenden Zahlungsfristen liegen dem Strafamt noch keine Anzeigen vor, daher gibt es auch noch keine Beschwerden zu eingeleiteten Verwaltungsstrafverfahren“, berichtet Rathaussprecher Martin Koutny.

Die Sorgen der Ratzersdorfer Bürger, dass sich das Parkplatzproblem in das Siedlungsgebiet verlagern würden, haben sich bisher nicht bestätigt. Laut Strafamt sei aber auch die zuständige Polizeiinspektion mit der Überwachung betreffend Fahrzeugen in Grünflächen beauftragt worden. „Außerdem sind Hinweise auf Querungen der Bahngleise durch Fußgänger eingelangt, auch das wird von der Polizei überprüft“, betont Koutny.