Erstellt am 28. Oktober 2015, 05:32

von Beate Steiner

St. Pölten ist beim Wohnpreis top. Landeshauptstädter geben 15 Prozent ihres Einkommens für Mieten aus. Der Landes-Durchschnitt ist 22 Prozent.

 |  NOEN, Mario Kern

Das erstaunte sogar die Wohnexperten von "Immo-Scout": "In der Stadt St. Pölten liegt der Wohnkostenanteil nur bei 15 Prozent.“ Das fanden die Immobilien-Ratgeber in einer Studie heraus, in der sie österreichweit das Verhältnis von Kaufkraft und Wohnkosten analysierten. Dieser Vergleich erstellt den Erschwinglichkeits-Index und beantwortet die Frage: „In welchem Bezirk können sich die Niederösterreicher das Wohnen am ehesten leisten?“

Und bei diesem Vergleich ist die Stadt St. Pölten bei den größeren Städten am günstigsten: 15 Prozent ihres Netto-Einkommens zahlen die Landeshauptstädter fürs Wohnen, die Wiener Neustädter geben 17 Prozent aus, die Tullner und Kremser 19 Prozent.

Überraschendes Ergebnis für Experten

Mit 15 Prozent liegt die Stadt St. Pölten gleichauf mit Krems Land, im Bezirk St. Pölten ist Wohnen nur um einen Prozentpunkt günstiger als in der Stadt. Überraschend ist das Ergebnis deshalb, weil die Landeshauptstadt dank ihrer 25-Minuten-Bahnanbindung für viele schon zum Speckgürtel rund um Wien gerechnet wird. Und dort ist Wohnen bekanntlich am kostspieligsten. Etwa in Wien-Umgebung — hier zahlt man trotz höherer Einkommen ein Viertel des Netto-Salärs für die Bleibe. Es folgen Baden mit 24 Prozent, Mödling mit 23 und Mistelbach mit 22 Prozent.

Halb so teuer wie im Österreich-Schnitt

Am günstigsten lebt sich‘s in Amstetten, Hollabrunn und Gmünd, wo jeweils acht Prozent Kaufkraft ins Wohnen fließen.

Der Wohnkosten-Anteil liegt in Niederösterreich übrigens durchschnittlich bei 22 Prozent, österreichweit bei 29 Prozent.

Dass St. Pölten die günstigste Landeshauptstadt zum Wohnen ist, beweist auch der Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer: 2.350 Euro zahlt man hier im Durchschnitt pro Quadratmeter Eigentumswohnung, in Eisenstadt 90 Euro mehr und in Linz zum Vergleich 3.800 Euro. Und zur Miete wohnt man in St. Pölten mit sieben bis acht Euro pro Quadratmeter deutlich günstiger als im Österreichschnitt mit neun bis elf Euro.

Wohnkostenanteil

  • St. Pölten: 15 Prozent
  • St. Pölten Land: 14 Prozent
  • Wr. Neustadt: 17 Prozent
  • Wr. Neustadt Land: 12 Prozent
  • Krems: 19 Prozent
  • Krems Land: 15 Prozent
  • Tulln: 19 Prozent
  • Amstetten: 8 Prozent