Erstellt am 14. September 2015, 06:59

von Jutta Streimelweger

"St. Pölten ist Muss". Elisabeth Scharang feierte Niederösterreich-Debüt ihres Filmes "Jack" m Cinema Paradiso. "Ich liebe das Programmkino hier."

Elisabeth Scharang, Margit Haas und CP-Projektleiter Christoph Wagner vor der »Jack«-Premiere im Cinema Paradiso  |  NOEN, Streimelweger
Die Besucher waren bei der NÖ-Premiere von "JACK" sofort im Bann des Poeten, Liebhabers und Mörders Jack Unterweger (gespielt von Johannes Krisch). Die Premiere im St. Pöltner Programmkino war für Regisseurin Elisabeth Scharang „ein Muss“: „Ich liebe das Cinema Paradiso, ich liebe das Café, ich liebe diesen Platz hier.“

Der NÖN verriet Scharang, dass sie im Film vor allem „ein Lebensgefühl“ schaffen wollte. Dass die Erwartungen sehr hoch sind und die Polarisierung sehr stark ist, weiß die 46-Jährige, die auch das Drehbuch verfasste. Dabei unterstützte sie Unterweger-Freundin Margit Haas, die der Premiere auch bewohnte. Scharang überlässt dem Publikum das Urteil am (offenen) Ende: „Der ganze Film ist schwer zu fassen, jeder glaubt, etwas zu wissen.“ Sie habe sich bewusst für keine bestimmte Facette entschieden: „Der Film tritt mit einem in Dialog – das weiß man nicht, wenn man sich reinsetzt, aber das weiß man, wenn man rausgeht. Und irgendwas macht das dann mit einem, man muss in irgendeiner Form eine Haltung finden.“

Film ist keine Abbildung der echten Geschehnisse

Sieben Jahre arbeitete Scharang an „keinem Dokumentarfilm“, wie sie betont. Fiktion und Wirklichkeit müssen unterschieden werden – das weiß auch Haas, die Unterwegers beste Freundin war und im Film von Birgit Minichmayr dargestellt wird.

„Ich glaube, der Jack hätte sich niemand besseren für die Verfilmung wünschen können als Elisabeth.“ Scharang sei es gelungen, Unterweger gut darzustellen: „Er war ein stolzer Mann. Mir gefällt, dass im Film keine Partei bezogen wird.“ Auch Minichmayrs Darstellung von sich findet sie hervorragend: „Als ich eine Szene gesehen hab, hab ich mir wirklich gedacht: Wow, das bin ja ich – vor 25 Jahren.“

Infos zum Film gibt es unter www.cinema-paradiso.at .