St. Pölten

Erstellt am 26. April 2017, 05:37

von Claudia Stöcklöcker

Kellner prellten Wirt um Bares. Mitarbeiter bedienten sich bei Bier und stahlen Erlöse. Sie kommen mit Diversion davon.

 |  APA (Archiv)

„Gerade bei diesen Kellnern war großes Vertrauen da, sie waren für uns wie Familie“, sagt ein Gastronom aus St. Pölten vor dem Richter. Auf der Anklagebank sitzen ein 55-Jähriger und ein 40-Jähriger.
Ihren Arbeitgeber brachten sie um Bares. 15.000 Euro beträgt der Schaden laut Staatsanwaltschaft, schwerer gewerbsmäßigen Diebstahl wirft er ihnen vor.

Knapp drei Jahre lang sollen die Angeklagten unerlaubt regelmäßig Bier konsumiert sowie den Erlös von verkauften Getränken und Speisen in die eigene Tasche gesteckt haben. Geständig zu den Vorwürfen sind beide Kellner. Der Schaden sei aber geringer, meinen sie im Prozess.

Ans Tageslicht kamen die Machenschaften der Angeklagten bei einer Betriebsprüfung des Finanzamts. „Da wurde mir dann vorgeworfen, dass ich um 20 Fässer Bier mehr eingekauft als verkauft habe. Ich musste deswegen Strafe zahlen, das war kein Spaß“, berichtet der Wirt. Und er setzt fort: „Nachdem eine Videoüberwachung installiert worden war, habe ich gesehen, dass sie gerne trinken. Und es war auf einer Aufnahme zu hören, dass einer von ihnen gesagt hat: ,Ich bin so fett, ich kann gar nimma gehen‘.“

Weil die Kellner unbescholten sind, kommen sie mit Diversion davon. Nach zwei Jahren Probezeit können die Verfahren eingestellt werden. Insgesamt 7.000 Euro müssen die beiden an den Gastronomen berappen.