Erstellt am 19. Oktober 2015, 09:37

von Alex Erber

Notorischer Dieb erhielt milde Strafe. Weißrusse stahl Alkoholika, Kosmetika und Energy-Drinks: sechs Monate unbedingte Haft.

Landesgericht St. Pölten  |  NOEN, http://www.justiz.gv.at/

150 Euro verdient ein Tischler in seiner weißrussischen Heimat. Seine Gattin arbeitet ebenfalls, bekommt 100 Euro. Und da sind noch zwei Kinder im Alter von 16 und sechs Jahren, die ein 37-Jähriger ernähren soll.

Das Geld reicht hinten und vorne nicht. Und deshalb kommt der Mann aus Belarus öfter nach Österreich, um sich durch gewerbsmäßigen Diebstahl ein Zubrot zu verschaffen; etwa im Jahr 2010, da wurde er in Wien zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt.

Gegen Mann besteht Aufenthaltsverbot

Nun muss er sich neuerlich vor Gericht verantworten, diesmal in St. Pölten. Beim Merkur-Markt stahl er 96 Red-Bull-Dosen und 13 Flaschen Whisky. Drei Tage später suchte er den Einkaufsmarkt erneut heim, wollte Alkoholika und Kosmetika im Wert von 570 Euro stehlen. Auf Getränke und Lebensmittel hatte er es in einem Billa-Markt in Linz abgesehen.

Gegen den Mann besteht ein Aufenthaltsverbot, deshalb wies er sich mit gefälschten Papieren aus, was ihm auch eine Anklage wegen der Fälschung besonders geschützter Urkunden einbringt.

Beim Prozess zeigt er sich weitgehend geständig, was ihm ein mildes Urteil „beschert“: 18 Monate Haft, davon sechs Monate unbedingt – vom Widerruf der bedingten Strafe aus dem Jahr 2010 (zehn Monate) sieht Richterin Doris Wais-Pfeffer ab.

Im Gefängnis wird der Weißrusse besonders gut bewacht: Er war durch einen Sprung aus dem Fenster bereits einmal aus der Schubhaft geflohen.