Erstellt am 08. Dezember 2015, 05:23

von Daniel Lohninger

Österreich-Premiere am St. Pöltner Spital. Erstmals wurde Bauch-Dialysekatheter ohne Vollnarkose implantiert. Das bringt neue Chance für Risiko-Patienten.

Primar Martin Wiesholzer, die stellvertretende Pflegedirektorin Bianca Hauer, Landesrat Karl Wilfing, Peritonealdialyse-Koordinatorin Michaela Mittelstrasser und Oberarzt Bernhard Kirsch (von links) nach der erfolgreichen Operation mit Maria Groissenberger.  |  NOEN, Foto: Landeskliniken-Holding

Zum ersten Mal in Österreich gelang es am Universitätsklinikum St. Pölten, ohne Vollnarkose einen Bauch-Dialysekatheter einzusetzen. Die von Oberarzt Bernhard Kirsch an der Abteilung für Innere Medizin 1 entwickelte Methode ermöglicht es, bei lediglich lokaler Betäubung mit Hilfe einer zwei Millimeter dicken Kamera den Katheter einzusetzen. Dadurch ist es jetzt möglich, dass auch Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz sowie Dialyse-Patienten, die eine Vollnarkose gesundheitlich nicht verkraften würden, einen Bauch-Dialyse-katheter erhalten.

„Mit der neuen Technik können wir schwerkranken Menschen zu einer deutlich verbesserten Lebensqualität verhelfen“, so Kirsch nach der Operation. Maria Groissenberger (75) aus Kilb ist die erste Patientin, die nach dieser Methode operiert wurde. Sie leidet an schwerer Herzinsuffizienz, hatte mit ständiger Atemnot und massiven Wasseransammlungen im Körper zu kämpfen. Jetzt sind diese Symptome komplett weg. „Vor dem Eingriff war es kein Leben mehr, ich brauchte bei jedem Handgriff Hilfe. In Zukunft komme ich nur noch zu einzelnen Kontrollterminen ins Klinikum“, freut sich Groissenberger.

Künftig sollen diese etwa 35 Minuten langen Eingriffe gleich direkt auf der Dialysestation im Eingriffsraum möglich sein. Die in St. Pölten entwickelte Methode soll künftig auch in anderen Kliniken in Niederösterreich angeboten werden.